II. Vatikanisches Konzil verstärkt umsetzen
Klausurtagung der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche
Der Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche erinnert daran, dass heute vor genau 40 Jahren das II. Vatikanische Konzil begonnen hat. „Allerdings ist es in all seinen Visionen und Chancen noch keineswegs eingelöst“, betont der Vorsitzende Robert Hochgruber. Die Initiativgruppe hat dies in einer Klausurtagung am vergangenen Wochenende festgestellt und beschlossen, als kritisches Ferment im Geist des Konzils weiterzuarbeiten. So wird die Diözesanleitung erneut aufgefordert, die Bedingungen für den Einsatz von Pastoralassistentinnen und –assistenten in den Pfarreien so zu gestalten, dass Laien ihre Fähigkeiten und Kompetenzen leichter in den Dienst der Seelsorge stellen können. Begrüßt wurde vom Vorstand, dass sich Bischof Wilhelm Egger im Sinne einer Aussöhnung mit einer Gruppe von Hutterern in den USA getroffen hat und dass die Diözesanleitung eine unabhängige Fachgruppe einsetzen wird, die die Thematik des sexuellen Missbrauchs durch Priester dezidierter angehen soll.
Der
Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche erinnert an das II.
Vatikanische Konzil, das genau heute vor 40 Jahren begonnen hat und einen
Meilenstein in der Kath. Kirche darstellt. „Viele Visionen des Konzils
wurden aber nur beschränkt in die Tat umgesetzt, so dass sich die Kirche auch
deswegen heute in einer tiefgreifenden Krise befindet, was unter anderem am
akuten Priestermangel erkennbar wird“ betont der Vorsitzende Robert
Hochgruber.
Der
Vorstand macht ein Beispiel: Auch wenn das Volk Gottes in der
Kirchenkonstitution „Lumen Gentium“ vor die Hierarchie von Papst, Bischöfen
und Priestern gestellt wurde- eine Forderung des verstorbenen Bischofs Joseph
Gargitter – haben die Gläubigen nach wie vor keine ausreichenden
Mitentscheidungsmöglichkeiten z.B. über Strukturen der Kirche,
Zulassungsbedingungen für Priester, Mitarbeit in den Pfarreien, Fragen der
Sexuallehre. Abkehr und stiller Auszug aus der Kirche sind die verheerenden
Folgen. „Die Hoffnung auf Erneuerung der Kirche ist aber nach wie vor
lebendig. Das machen das Kirchenvolksbegehren von 1995 und weltweite Umfragen
deutlich“ erklärt Annegret Steck, stellvertretende Vorsitzende. So hat auch
der Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche auf der
Klausurtagung am vergangenen Wochenende beschlossen, weiterhin kritisches
Ferment in der Kirche zu sein, Probleme aufzuzeigen und immer wieder
konstruktive Vorschläge einzubringen.
Begrüßt
wurde, dass sich Bischof Wilhelm Egger im Rahmen seiner USA-Reise mit einer
Gruppe der Hutterer getroffen hat. Die Hoffnung auf ein Zeichen der Versöhnung
in Südtirol, das der Vorstand bereits im Jahr 2000 vorgeschlagen hat, ist
damit gestiegen und wird erneut eingebracht werden.
Die
Vorstandsmitglieder der Initiativgruppe begrüßen außerdem, dass die Diözesanleitung
laut Protokoll der Dekanekonferenz die Thematik „Sexueller Missbrauch durch
Priester“ in Zukunft dezidierte angehen will sowie dass Opfer und Täter
Hilfe erfahren sollen. Dazu wurde eine diözesane Fachgruppe angekündigt, die
nicht am Ordinariat angesiedelt ist und deshalb relativ unabhängig tätig
werden kann. Das erachtet die Initiativgruppe als sinnvoll.
Der
Vorstand hat sich erneut mit dem von der Diözesanleitung vorgeschlagenen und
überarbeiteten Seelsorgeplan 2002 – 2012 befasst. Die Hauptforderung der
Initiativgruppe dazu ist, dass die finanziellen und organisatorischen
Bedingungen für den Einsatz von Pastoralassistentinnen und –assistenten in
den Pfarreien so gestaltet werden, dass Laien eine sichere Anstellungen
erhalten und damit ihre Fähigkeiten und Kompetenzen in den Dienst der
Seelsorge stellen können. Aufgrund des Priestermangels ist das besonders
dringend. Zu einer sicheren Anstellung gehört laut Vorstand, dass sie durch
die Diözese erfolgt, die wenigstens zwei Drittel der Kosten beitragen müsste.
Den Rest soll die Pfarrei aufbringen. Andernfalls sind, wenn man bei derzeit
staatlich geltenden Geldzuweisungsverfahren bleibt, die Pfarreien überfordert.
„Der Geist des II. Vatikanischen Konzils lässt sich nicht aufhalten“ erklärt Robert Hochgruber abschließend, „Die Umsetzung des Konzils kann höchstens verzögert werden. Wir gehen nämlich davon aus, dass Gott immer mit seinem Volk unterwegs ist.“