Dialog statt Exkommunikation

Initiativgruppe fordert Diskussion um Frauenordination

 Die Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche kritisiert die von Kardinal Ratzinger verfügte Exkommunikation der 7 kürzlich zu Priesterinnen geweihten Frauen. Ein Dialog mit den betroffenen Frauen scheint nämlich nicht stattgefunden zu haben. Zudem wäre laut Initiativgruppe eine Diskussion über die Frage der Weihe von Frauen zu Diakoninnen und Priesterinnen in der Kirche dringend nötig. Der Ausschluss der Frau von Weiheämtern wird von vielen Gläubigen nämlich nicht mehr akzeptiert.

„In einer Kirche, die auf das Evangelium aufbaut, darf es keinen Ausschluss geben“ betont Annegret Steck, die stellvertretende Vorsitzende der Initiativgruppe. „Diese Vorgangsweise ist nicht zeitgemäß. Auch kann nicht von einer unabänderlichen göttlichen Verfassung gesprochen werden, wie es Kardinal Ratzinger getan hat. Der Mensch und die jeweilige Gesellschaftsordnung spielen nämlich bei der Entstehung der kirchlichen Strukturen immer eine große Rolle“ erklärt Annegret Steck.

„Durch Exkommunikation und Diskussionsverbote lassen sich keine Probleme lösen“ sagt der Vorsitzender der Initiativgruppe Robert Hochgruber. Über die Frage der Frauenordination durfte nämlich laut Papst Johannes Paul II. seit 1994 innerhalb der Kirche gar nicht mehr geredet werden. Hochgruber weiter: „Trotz Exkommunikation der sieben geweihten Frauen wird sich die Kirchenleitung der Frage stellen müssen, wie zeitlich bedingte Normen und kirchenrechtliche Regelungen der jeweiligen Zeit angepasst werden können.“

Verschiedene Synoden, Bischöfe, Theologinnen und Theologen drängen seit langem, sich mit den Spannungen um das Thema Gleichberechtigung der Frau bis hin zu den Ämtern offen und konstruktiv auseinander zu setzen. Das Kirchenvolksbegehren von 1995 z.B. forderte den Zugang der Frauen zum Priesteramt und wurden in Südtirol von über 18.000 Menschen unterschrieben, weltweit von 2,5 Millionen.