Die Mächtigen definieren die Wirklichkeit, auch die Glaubenswirklichkeit: Jahrhundertelange, einseitige, androzentrische Theologie hat männlichen Theologen diese Macht (Definitionsinstanz) zuerkannt, sich dabei auf eine patriarchalische Heilige Schrift berufen und die Kultur androzentrisch mitgeprägt.
Von Männern wurde und wird also auch das Gottesbild definiert: männlich, patriarchalisch. Weibliche, mütterliche Bilder werden ausgegrenzt.
Damit legitimiert sich ein Frauenbild, das Unterlegenheit signalisiert: denn solange das Gottesbild nur männlich ist, sind Frauen nicht SEIN Ebenbild.
Davon abgeleitet ist auch ein Männerbild, das ausgerichtet ist auf Überlegenheit, Herrschaft, auch Herrschaft über die Schöpfung, Machtstreben, Verantwortung.
Das Bild von Gott wirkt sich somit auch aus auf die Legitimation von Macht innerhalb der Kirche und der Gesellschaft.
Frau-Sein bzw. Mann-Sein wird definiert durch Sprache. Auch Sprache aber ist und war immer schon Instrument der Mächtigen, quasi das Fundament ihrer Macht: sexistische Gedanken und Vorstellungen, die durch Sprache transportiert werden, müssen erkannt und ausgetauscht werden.