Es freut uns

... daß der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl in der generellen lebenslangen Verweigerung des Kommunion-empfangs für wiederverheiratete Geschiedene eine Pervertierung des 'Heils- und Hilfsmittels' der Sakramente sieht. Kirche Intern 7/98, S. 7.
... daß alle Mädchen und Buben bei der Erstkommunion in Schluderns im Rahmen der Einheitskleidung eine Stola (priesterliches Zeichen) trugen. Auch für Pfarrer Alfred Gander sei eine Stola wie für die Erstkommunikanten gemalt worden. Dolom. 25.4.98 Wenn das nicht ein Hinweis auf das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen ist!
... daß die italienische Bestsellerautorin Susanna Tamaro ("Va dove ti porta il cuore") im Vorwort des Buches "Lieber Papst. Briefe des Volkes Gottes" (Famiglia Christiana) offen ausspricht, daß die heutige Kirche antwortsuchende Menschen nicht anzieht, sondern eher an den Rand drängt, ohne in Dialog zu kommen und Hoffnung zu geben. Die Kirche scheine mehr in der Befolgung der Gesetzte zu leben, als in der Liebe. Der Papst wird aufgerufen, auf die Stimme seines Volkes zu hören. Adista 10.10.1998, S. 8.
... daß sich Paolo Renner, Dozent für Fundamentaltheologie an der Phil.-Theol. Hochschule in Brixen, mit Berufung auf Antonio Rosmini dafür ausgesprochen hat, daß der neue Bischof von Trient aus der Diözese selber stammt und daß ein Priester gewählt werde, der "bekannt, geliebt und von all jenen gewollt ist, denen er Befehle erteilen soll. Warum kann man dem Volk Gottes das Recht absprechen, den bestmöglichen Hirten zu haben?" (A. Rosmini). Il Segno, 3.10.98
... daß der Wiener Weihbischof H.Krätzl in einem aufsehenerregenden "Presse"-Interview die Ansicht vertrat, Zentralismus und die Einengung theologischer Forschung durch Zensur seien für die Entwicklung der katholischen Kirche "äußerst gefährlich". Nach Einschätzung Krätzls befindet sich der Vatikan aus Angst um die Einheit der Kirche "fast in Panikstimmung" und will "mit Disziplin Einheit gewaltsam wiederherstellen". Kirche intern, 9/98, S. 5

Wir bedauern

... daß die Jugendzeitschrift "Plus Minus" aus finanziellen Gründen von der Verlagsanstalt Athesia eingestellt worden ist. Damit haben die Jugendlichen und die junge Kirche Südtirols ein interessantes und wichtiges Sprachrohr verloren, das sie selber prägen konnten.
... daß durch das Ende Juni bekanntgegebene "Motu Proprio" von Papst Johannes Paul II "Ad tuendam fidem" Priester und TheologieprofessorInnen vor Amtsantritt einen Treueeid schwören, in dem sie sich auch zum Gehorsam gegenüber "Lehren des Papstes und des Bischofskollegiums" verpflichten müssen, die noch nicht als Dogma verkündet sind. Der Alttestamentler Erich Zenger kritisierte das "Motu Proprio" als "Akt der Einschüchterung und Disziplinierung". Voraussichtlich wird sich die theologische Forschung nicht einschränken lassen. Wie beim Diskussionsverbot zum Frauenpriestertum könnte sich das Motu Proprio als Eigentor erweisen.