"Wie steht es mit der Kirche"

Unter diesem Titel beschäftigte sich Aldo Parmeggiani aus Rom mit der bevorstehenden Bischofssynode (Dolomiten vom 10.9.1999, S. 3).

Einerseits weist er auf die zentrale Stellung Europas in der Weltkirche hin, andererseits schreibt er, daß das Arbeitspapier ("Lineamenta") die Mauer des Egoismus in Europa beklagt. Es stelle fest, daß "ein durchaus bestehendes religiöses Bedürfnis derzeit keineswegs zu einem Wachsen im christlichen Glauben führe" und Europa "die Gefahr einer fortschreitenden und tief greifenden Entchristlichung und eines Rückfalls ins Heidentum" drohe. Wie kommen die Lineamenta zu solchen Aussagen? Sie gehen von der hohen Zahl der Nichtgetauften in manchen Ländern, dem radikalen Schwund an religiösem Grundwissen oder dem Rückgang an Priester- und Ordensberufen aus. Selbstkritisch zählten die Bischöfe bei den Ursachen auch die '"Gleichgültigkeit des Klerus angesichts der Dramen so vieler Menschen in Schwierigkeiten'" sowie die '"geringe Glaubwürdigkeit vieler Männer der Kirche"' dazu. Auch stelle das Dokument fest, daß vielfach "nur noch ältere Menschen, '"hauptsächlich Frauen"' die Gottesdienste besuchten. Auch würden die Probleme der Anerkennung der gleichen Würde, Rechte und Pflichten für Männer und Frauen benannt, schreibt Aldo Parmeggiani abschließend.

Bleibt nur zu hoffen, daß die Bischofssynode auch die innerkirchlichen Gründe genau analysiert und konkrete Veränderungen einleitet.

Robert Hochgruber