Menschen auf dem Weg

Spiritueller Ausflug

Unser diesjähriger glaubensvertiefender Ausflug führte uns am 1. August nach Lichtenstern am Ritten, bekanntlich Ort der Grabstätte von Josef Mayr-Nusser. Schon am Ritten anzukommen, erwies sich an diesem Tag - zumindest per Auto - als nicht sehr leicht, da just ein Biker-Rennen für einige Zeit eine Straßensperre verursachte. So bewegten sich die Uhrzeiger auf 15.00 Uhr (statt wie geplant 14.30 Uhr), als sich eine motivierte Gruppe zur Wortgottesfeier in der Lichtensterner Kirche einfand. Auch einige „Gäste“ konnten wir in unsere feiernde Gemeinschaft mit hinein nehmen. Eine besondere Freude war es, dass Willi Rotter uns persönlich in den Gottesdienst einführte, indem er auch Einiges von Josef Mayr-Nusser zu erzählen wusste. Was kann uns dieser große Glaubenszeuge heute noch sagen? Dies die brennende Frage, die wohl allen Teilnehmenden auf den Herzen lag. Elisabeth und Robert lasen Texte von Josef Mayr-Nusser aus seiner Jugendführerzeit bzw. Gefangenschaft vor, die betroffen machten und merkwürdig aktuell wirkten. In den freien Gebetsgedanken und Reflexionen kam zum Ausdruck, wie stark die Authentizität und der konsequent gelebte Glaube dieses Märtyrers beeindruckten und den Wunsch weckten, ebenso gewissenhaft Glauben zu bezeugen, wo auch immer wir uns befinden. Musikalisch umrahmte Wolfgang mit berührenden Gitarrenklängen zu tiefen spirituellen Gesängen unsere kleine Feier. Anschließend labten wir uns an mitgebrachten Köstlichkeiten. Leider schmolz unsere Gemeinschaft zusehends zusammen, als es dann hieß: auf nach Klobenstein! Die eifrigen Wanderer wurden jedoch durch das erquickende Gehen unter strahlender Sonne durch herrliche Wiesen und Wälder reichlich belohnt. In Klobenstein angekommen, spielte Robert Taxifahrer und kutschierte uns sicher zum Südtiroler Hof, wo unser wieder spürbar gesegneter Ausflug bei einer Stärkung ausklang.

Annegret Steck


Das Priesteramt im Wandel

Oberhirten mögen dem Buch vorwerfen, es mache „Gegen-propaganda für den Priesterberuf“. Sicher, es kommen hier dunkle Seiten des priesterlichen Lebens zur Sprache wie Einsamkeit, Sucht, Homosexualität, Probleme mit dem Zölibat und sexueller Missbrauch Minderjähriger. Doch diese Themen werden keineswegs mit Häme behandelt. Der Autor, selbst Priester, hat viele Jahre lang in den USA Kollegen in Krisensituationen begleitet. Er bringt seinen Mitbrüdern, auch jenen, die an ihrem Ideal gescheitert sind, Respekt und Sympathie entgegen. Die angesprochenen Probleme sind in den USA in vielem weitaus gravierender als in Europa. Dennoch ist es für uns keineswegs belanglos. Was der Autor in seiner hohen spirituellen Kompetenz schreibt, kann auch hierzulande manche Denkanstösse geben.

Donald B. Cozzens: Das Priesteramt im Wandel.
Chancen und Perspektiven. Grünewald 2003. 176 S.


Miteinander Wort, Brot und Leben teilen

Einladung zum monatlichen Gottesdienst in Brixen

An jedem zweiten Samstag im Monat treffen sich vier/fünf Familien sowie Einzelpersonen zu einem selbst gestalteten Gottesdienst im Eltern Kind Zentrum in Brixen. Eine Familie bereitet den liturgischen Teil vor, eine andere das anschließende Essen und Trinken. Es tut gut, zusammenzukommen, Gedanken um einen Bibeltext auszutauschen, Erfahrungen miteinander zu teilen, gemeinsam zu essen und zu trinken, kurzum zu spüren, dass Gott dort ist, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Der monatliche Gottesdienst ist offen für alle Interessierten. Wir treffen uns an jedem zweiten Samstag im Monat um 17.30 Uhr im Eltern Kind Zentrum Runggadgasse 23 in Brixen.

Robert Hochgruber


Stichwort Spiritualität

Wenn wir das Wort Spiritualität hören, klingt das oft abgehoben, träumerisch und weltfremd. Doch das ist gar nicht so. Ein spiritueller Mensch sieht die religiösen Spuren im Alltag. Ein spiritueller Mensch nimmt wahr was ist, traut seiner Intuition, um darin die göttliche Spur in seinem Leben zu entdecken. Spiritualität geschieht im Hier und Jetzt. In der Begegnung mit Menschen, im Faszinierenden und auch im Widersprüchlichen des Lebens.

In einer Spiritualität im Alltag darf das Schöne und Unangenehme, das Wohltuende und Schmerzhafte, das Gelingende und Scheiternde seinen Platz haben. Spiritualität ist nichts Weltfremdes. Sie nimmt gerade die Welt in den Blick.

Pfarrblatt Hard, Vorarlberg, September/Oktober 2004