Frohbotschaft
statt Drohbotschaft
Mitarbeit
am Brief und am Buch zur 5. Forderung des Kirchenvolksbegehrens gefragt
Immer
noch leiden Menschen darunter; dass ihnen die Freude am Glauben und die
Beziehung zur Kirche verdunkelt wurde oder wird; weil unsere Kirche selten eine
Sprache und kaum Strukturen findet, um die Frohe Botschaft als solche erfahrbar
zu machen. Die Heiligsprechung des Opus - Dei - Gründers, Josemaria Escriva` de
Balaguer, zeigt, dass damit auch eine Form christlicher Verkündigung
verherrlicht wird, die für viele leibfeindlich und lebensverachtend erscheint.
Von körperlichen Qualen bis zur seelischen Verkrüppelung reichen Berichte von
ehemaligen Angehörigen und von Kennern des Opus Dei.
Wir
sehen Jesus und seine Verkündigung anders. Die Evangelien berichten vom
barmherzigen Vater, von Vergebung und Nachlassen der Schuld. Jesus verhilft zum
Leben, fördert seine Mitmenschen und befreit sie aus ihren Zwängen. Der Tod
wird überwunden. Das ist der Kern unseres Glaubens.
Je
nachdem, wer uns den Weg gewiesen und unseren Glauben geprägt hat, können wir
heute leichter oder schwerer die Befreiung zum Leben annehmen. Viele
Erfahrungen, oftmals aus unserer Kindheit, prägen unser Leben. Erfahrungen oder
Bilder, die wir bei der Glaubensvermittlung mitgeliefert erhalten haben, sind
uns bis heute in Erinnerung - belastend oder befreiend.
Die
österreichische Plattform "Wir sind Kirche" bereitet zum Thema
"Frohbotschaft statt Drohbotschaft" einen weiteren Herdenbrief vor.
Die Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche schließt sich an. Dabei wollen
wir von den Erfahrungen der Menschen ausgehen.
Ist
für Sie persönlich die Botschaft Jesu eine "Frohbotschaft" oder
eine "Drohbotschaft"?
Gibt
es konkrete Lebenssituationen, in denen Sie sich gedacht haben: Mein
Gewissen spielt mir einen Streich, es fördert ungerechtfertigte
Gewissenbisse, ich trau mich deswegen nicht. Oder mein Gewissen befreit
mich, es lässt mich ängstliche, kleingläubige Einengungen und
Vorschriften überspringen, weil ich mir der Liebe Gottes, seiner Führung
und der Nachfolge Jesu bewusst bin.
Was
war/ist für Sie lebensbejahend oder lebensverachtend?
Was
hat das Leben - mein eigenes und das in meiner Pfarrgemeinde - gefördert,
was unnötig behindert oder gar absterben lassen?
Wo
haben mich kirchliche Strukturen, Vorschriften oder einzelne
Kirchenvertreter nicht ernst genommen, verletzt, gedemütigt oder mir Kraft,
Mut und Zuversicht geschenkt?
Wir
bitten Sie, uns Ihre Erfahrungen mitzuteilen, weil auch das Begleitbuch zum 5.
"Herdenbrief" das Leben der Menschen von heute widerspiegeln soll.
Was
ist in Ihrem Leben gelungen und was nicht? Was wäre anders gelaufen, wenn Ihnen
der Glaube anders vermittelt worden wäre? Woran haben Sie das erkannt? Was hätten
Sie gerne anders erlebt? War früher alles besser, oder hat sich die kirchliche
Verkündigung positiv verändert? Fragen über Fragen, die Sie sich
wahrscheinlich auch manchmal stellen. Ihre Antworten könnten andern helfen.
Keine Erfahrung ist unwichtig, keine zu klein. Wir wünschen uns sowohl
befreiende als auch lebensbehindernde Berichte, da wir Ihre Lebenserfahrungen
dem Begleitbuch unseres nächsten Herdenbriefes zugrunde legen möchten.
Der
Herdenbrief wird aus dem eigentlichen Brief an die Bischöfe und das Volk
Gottes, aus Ihren Erfahrungsberichten und einigen Fachartikeln bestehen. Er soll
2004 erscheinen. Aus diesem Grund ersuchen wir Sie, Ihre Beiträge bis längstens
Ende Dezember 2002 an uns zu senden.
Gleichzeitig
bitten wir Sie aber auch um Verständnis, wenn nicht alle Berichte abgedruckt
werden können - bei der angestrebten und erhofften Vielfalt an Themen haben wir
nur begrenzt Spielraum für den Umfang des Buches. Aber wir werden mit Ihnen
gemeinsam eine Form suchen, Ihre Erfahrung für andere nutzbar zu machen, falls
sie nicht im Buch veröffentlicht werden können. Die einzelnen Beiträge
sollten nicht länger als 5 DIN-A4-Seiten sein. Aber auch sehr kurze
Darstellungen sind willkommen. Wir freuen uns über jede Zuschrift, sei sie kurz
oder lang, per Post oder E-Mail zugesandt.
Den
“Herdenbrief” und das Begleitbuch erarbeitet ein Redaktionsteam der Wiener
Gruppe „Wir sind Kirche“. Wenn Sie Interesse an einer Mitarbeit haben, sind
Sie herzlich willkommen. Ich denke, es wird ein interessantes und spannendes
Projekt. Wir alle können von Ihren Erfahrungen lernen! Bitte schreiben Sie uns!
Herzlichen Dank!
Robert
Hochgruber und Hans Peter Hurka
|
Beiträge bitte bis 31.1.2003 senden an: |
|
| Initiativgruppe
für eine lebendigere Kirche Tschötsch 99 39042 Brixen |
Hans
Peter Hurka Mosergasse 8/7 A - 1090 Wien |
Österreich:
Gottesdienstbesuch sinkt, Glaube an Weiterleben nach dem Tod wächst
Die
Kirchenbänke in unserem Nachbarland bleiben zwar zunehmen leer, die Österreicher
sind aber weiterhin ein religiös geprägte Volk. Das ist das Ergebnis einer
Anfang Februar 2002 veröffentlichten Umfrage des Linzer
Meinungsforschungsinstitutes IMAS. 1000 Personen über 16 Jahren waren Ende 2001
auf den Kirchenbesuch, die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft und den
Glauben an ein Leben nach dem Tod befragt.
14
Prozent gehen regelmäßig zum Sonntagsgottesdienst. In den 70er Jahren lag der
Anteil bei 25 Prozent. In kleinen Gemeinden unter 5000 Einwohnern und in Tirol,
Salzburg und Vorarlberg sind aber deutlich mehr Kirchgänger anzutreffen.
Im
Jahr 1981 bekannten sich noch 88 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher
zum katholischen Glauben, 2002 nur mehr 78 Prozent. Zur evangelische Kirche
bekennen sich 5 Prozent.
Trotz
Kirchenmüdigkeit möchten die Österreicherinnen und Österreicher den Kindern
christliche Wertvorstellungen vermitteln. Gestiegen ist die Zahl jener, die an
ein Leben nach dem Tode glauben. 1981 waren es 39 Prozent, 2001 42 Prozent.