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“Ich
glaube, es sollte jedem Priester freigestellt sein, ob er im Zölibat sich
vollständig Gott hingeben oder ob er eine Familie haben möchte. Wenn
wir die Eucharistiefeier, die Beichte, die Gottesdienste usw.
aufrechterhalten möchten, sollten wir dafür sorgen, dass dafür
genügend Priester da sind. Ich
glaube, dass in der heutigen Zeit die Familie auch für die Männer immer
wichtiger wird, und es ist auch verständlich, dass sich junge Männer
schwer tun, sich für ein Leben im Zölibat zu entscheiden. Ich
glaube aber, dass der Grund für den Priestermangel eher die heutige
Spaßgesellschaft und der Materialismus und die Gottesfrage bzw. die
Glaubenskrise sind.” Burgg. Allg. Zeitschrift, 14.9.02, S.6. |
erhielten
beim Ad-limina -Besuch in Rom heftige Kritik. Es mangle ihnen an Respekt
vor der kirchlichen Hierarchie und an der Unterscheidung zwischen
Priestern und Laien. Die Laien - Predigt sowie das gemeinsame Sprechen des
eucharistischen Hochgebets mit der Gemeinde seien nur zwei Punkte von
Missbräuchen, die auf theologische Irrtümern über das Wesen der
Liturgie und die Natur des Priestertums beruhen. Außerdem werde nicht
beachtet, dass Laien und ehemalige Geistliche nach dem Kirchenrecht kein
Stimmrecht in den Priesterräten haben und die Pastoralräte lediglich
eine beratende Funktion ausüben sollen, was ebenfalls häufig ignoriert
werde. Eine klare Absage erteilte der Papst auch einer Ausweitung der
Dienste der ständige Diakone. Deren Funktion sei umgrenzt und werde es
auch in Zukunft bleiben. o.k. offene Kirche, 10 - Oktober 2002 |
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Hans
Rubner, Präsident der Sparkasse, befragt nach seinen Gründen für den
Rücktritt: FF:
Gegen wen, gegen was treten Sie zurück? Hans
Rubner: Es
ist ja so, dass ich für den Verwaltungsrat der Bank im Statut der
Stiftung festlegen ließ, dass mit 70 Schluss ist. Für die Stiftung, also
für mich, gibt es keinen Artikel, der das Gleiche sagt. Aber wenn ich ein
bisschen konsequent bin, kann ich nicht dem Ander Amonn vorschreiben, dass
er mit 70 zu gehen hat, und selber bleibe ich. Das wäre dann wie zwischen
Papst und Kardinälen: Er bleibt und sie müssen gehen. ff, Nr. 47, 21. November 2002 |
Präsident
des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, fordert
„mehr Pluralität in der Kirche“. „In einer zunehmend
pluralistischeren Gesellschaft muss die Kirche Dialogfähigkeit und
Wahrheitsanspruch gleichzeitig aufrechterhalten“, sagte Kasper im Hamburger
Überseeclub. Die Kirche müsse mit der Vielfalt in ihren eigenen
Reihen leben lernen und dürfe nicht versuchen, Glaubenspluralität und
Frömmigkeitsstile durch „letztlich hilflose disziplinäre Maßnahmen zu
unterdrücken“. Publik-Forum, Nr. 12, 28.6.2002 |
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Ökumenisch,
feministisch und mystisch wird die Kirche der Zukunft sein, so Dorothee
Sölle beim Kirchentag in Bregenz. Ökumenisch, da die Trennung der
Kirchen angesichts der heutigen Probleme sowieso nicht mehr verständlich
sind. Feministisch bedeutet für Sölle nicht, einfach nur mehr für
Frauen herauszuschlagen, sondern: „Wir wollen nicht die Hälfte des
Kuchens, sondern andere Kuchen backen. Wir wollen diesen neoliberalen
Kuchen nicht“. Mystisch
bedeutet herauszukommen aus dem Gefängnis der reichen westlichen Welt und
gegen die drei Wächter zu kämpfen: Das Ich, den Besitz und die Gewalt. o.k., Offene Kirche, 9 – September 2002 |
Die
Psychotherapeutin Rotraut Perner rät in der katholischen Kirche zu einem
offeneren Umgang mit der Sexualität. Ende Juli erschien im Münchner
Kösel Verlag ihr neues Buch über sexuelle Übergriffe in der Seelsorge.
Angesichts der Pädophilie-Fälle müsse das Thema in der
Priesterausbildung ausführlicher behandelt werden. Viele pädophile
Geistliche kommen aus Familien, in denen dieses Thema tabu sei. Sie
hätten nie gelernt, mit sexuellen Gefühlen umzugehen. Viele junge
Weihekandidaten kämen mit hohen Idealen in die Ausbildung, eine Ideologie
des Gehorsams und eine Vorstellung von ausschließlich auf Fortpflanzung
ausgerichtete Sexualität führten dann bei einigen zu Leibfeindlichkeit,
Reinheitsneurose und zur Abwertung von Frauen. Perner kritisiert, dass die
Medien Hysterie schüren, wenn ein Pädophiliefall bekannt werde. Diese
Fälle gehörten vor Gericht und nicht in die Presse. Die Kirche solle die
Öffentlichkeit besser informieren, wie sie intern mit Missbrauchsfällen
umgeht, es fehle ein Krisenmanagement, das den Bischöfen sagt, wie sie
.vorgehen sollen. o.k., Offene Kirche, 9 – September 2002 |
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dass 23 italienische Bischöfe sowie zahlreiche Politiker, Intellektuelle
und Geistliche einen Appell gegen einen Angriff auf den Irak unterzeichnet
haben. Die Regierung in Rom solle sich dafür engagieren, dass Krieg nicht
als Mittel für die Lösung internationaler Konflikte eingesetzt werde,
heißt es im Appell. Die katholischen Bischöfe der USA haben Präsident
George W. Bush den Verzicht auf einen Krieg gegen den Irak nahe gelegt. ...
dass Diözesanbischof Wilhelm Egger die Errichtung eines Gedenksteins am
jüdischen Friedhof in Bozen unterstützt. Die Aktion wird getragen von
der jüdischen Kultusgemeinde mit Unterstützung der Tageszeitungen
„Dolomiten“ und „Alto Adige“. Laut Bischof Egger sollen sich die
Gläubigen an die jüdischen Wurzeln der Kirche erinnern, ebenso dass die
kath. Kirche Mitschuld am Holocaust trägt. ...
dass Rechtsanwalt Hans Lunger auch in zweiter Instanz den Prozess gegen
Elisabeth Staffler, Brixen wegen angeblicher Rufschädigung in einem
Leserbrief verloren hat. Ebenso verlor H. Lunger in zweiter Instanz den
Prozess gegen den Südtiroler Jugendring in Bezug auf die geforderte
Einstellung des Kindertelefons „kids line“. Damit wird deutlich, dass
die Einschüchterung mit Prozessen gegen unliebsame Personen oder
Verbände nicht gelungen ist. ... dass der Osservatore Romano den Rechtspopulisten Umberto Bossi wegen dessen ausländerfeindlicher Haltung scharf kritisiert hat. Er spreche von Einwanderern, „als handle es sich nicht um menschliche Personen und versuche, vitale Probleme der Menschheit mit Aussagen zu lösen, die bar jeden Respekts und jeglicher Würde seien.“ |
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dass sich das Katholische Forum (Zusammenschluss der kath. Verbände)
nicht dazu durchringen konnte, den verheirateten Priester Alfons Messner
zum geistlichen Assistenten zu wählen. Trotz Überlastung der Priester
und trotz Anerkennung der Fähigkeiten von A. Messner konnten sich vor
allem die geistlichen Amtsbrüder nicht zu diesem mutigen Zeichen
entschließen. ... dass die Gemeindeverwaltung von Unser Liebe Frau im Walde keine befriedigende Lösung für die Unterbringung der Sinti bei der jährlichen Wallfahrt gefunden hat. Es bleibt die Hoffnung und die Zuversicht des Seelsorgers Bruno Carli, dass es im kommenden Jahr klappt. |