Meinungsforum
Neues altes Christentum
Jedem leuchtet woh1 ein, dass nur die Verwirklichung der Lehren Jesu ein wahres Christentum ausmacht. Dass wir dieses in der ganzen Geschichte noch nie erlebt haben, ist einmal an der Tatsache erkennbar, dass es für die Welt noch nie ein „Paradies“, nämlich ein erlöstes Dasein durch das Christentum gegeben hat, und zum anderen erklärbar mit dem Umstand, dass die Kirchenleitung die Heilslehren Jesu als sein wichtigstes Anliegen, wie etwa die christ1iche Gesellschaftsordnung (Mk 3,24) oder den verpflichtenden „Heiligen Geist“ („Geist der Wahrheit“ ist sein anderer Name) oder alle Handelnsempfehlungen Jesu in seinen Lehren nie. beachtet oder aber in die bibelwidrigen und deshalb. unwirksamen „Sakramente“ bzw. in die „Dritte göttliche Person“ umgefälscht hat. Wir müssen bedenken, dass Jesus sich als „der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Jo 14,6) verstanden und erklärt hat und der Welt mit seinen Lehren sich als das himmlische „Brot des Lebens“ angeboten hat. Also müssten diese Lehren auch realisiert werden! Wir müssen zudem bedenken, dass Jesus alle seine Lehren mit dem unsagbar schweren Kreuzweg und dann mit der Auferstehung als gültig und lebensrettend bewiesen hat. Sein Zeugnis lautet: „Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brote isst, wird leben in Ewigkeit“ (Jo 6,51).
Dass die Sakramente eine Bibelfälschung darstellen, ist bald erklärt: Der Täufer Johannes sagte: „Ich taufe euch nur in Wasser zur Umkehr [...] Er wird euch in heiligem Geist und Feuer taufen“ (Mt 3,11). Das heißt, dass der Geist Jesu die Menschen reinigt wie das Feuer: gründlich und oft schmerzhaft, wo es nämlich um die Auseinandersetzung mit der Wahrheit geht. Und weil wir zu dieser Auseinandersetzung das ganze Leben bereit sein sollen, kann man die Taufe auch als Bewährungsprobe bezeichnen. Jesus erklärte den Jüngern, die um ihre Platzordnung im Himmel fragten: „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, und mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?“ (Mk 10,38). Jesu Bewährungsprobe oder Standhalten in der gewussten Wahrheit trotz Anfeindung und dem ganzen Kreuzweg war also sehr hart! Hier sieht man auch, dass „Firmung“ im Sinne von Stärkung nur durch die Einübung des vorgelebten und gewussten Richtigen erfolgen kann! Die Missdeutung des Letzten Abendmahles als ,,Sakrament des Altars“ oder „Eucharistiefeier“ klärt sich schon rein sprachlich. Das Pronomen „das“ (in „Das ist mein Leib“) kann nämlich unmöglich auf das männliche artos (Brot) hinweisen, sondern ausschließlich auf das sächliche „Nehmt, esst“. Das Nehmen und das Essen des dargereichten Brotes sollte eine Gemeinschaftsbereitschaft mit Jesus ausdrucken. Und diese müsste sich bewahrheiten im Durchführen seiner Lehren! Also wenn wir die Gemeinschaft mit Jesus praktizieren; sind wir „der Leib Christi“ und erlösen als solcher die Gesellschaft, von allen falschen und sinnlosen Einstellungen. Demnach waren die Abendmahlsworte ein Erlösungsauftrag. Jesus hat ja mit dem Standhalten auf dem Kreuzweg und dann mit der Auferstehung alle seine Lehren als gültig und lebensrettend beweisen! Die „Priesterweihe“ ist im Grunde ein Auftrag zur Verkündigung der Lehren Jesu in der ganzen Welt. „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe“ (Jo 3,16). „Geht hin in alle Welt und predigt das Evangelium allen Geschöpfen. Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet werden, wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden“ (Mk 16,15-16). Die Ehe ohne Leiter im Patriarchat ist unchristlich und ohne Ziel. Also alle anderen Religionen sind falsch und müssten bekehrt werden („Ich bin die Wahrheit“, haben wir gehört!). Also an Jesus als den Gesandten Gottes ist zu glauben, nicht an andere Religionen und andere Götter! Die Religionsfreiheit und der Ökumenismus sind daher ein Irrweg, weil das Christentum die einzig richtige Religion ist! Das wahre Christentum beklagt die Demokratie als Ursache aller Übel in der Gesellschaft, weil in ihr kein verfügungsbefugter Herrscher oder „Hirte“ vorgesehen ist, der mit dem Prinzip Gerechtigkeit/Wahrheit schaltet und waltet entsprechend dem Wort Jesu: ,,Wenn ein Reich mit sich selbst entzweit ist, kann dieses Reich nicht bestehen“ (Mk 3,24). Das heißt, dass in einer christlichen „Verantwortlichen Regierung“ (mein Leserbrief am 18.2.1997 .in "Neue Südtiroler Tageszeitung") die Abgeordneten nur die Prüfer von Gerechtigkeit sind in den verschiedenen Belangen und dann die Helfer bei der Durchführung eines bestimmten Vorhabens. Sie dürfen nicht gleichberechtigte Gegner sein, wobei nur nach dem Stimmenverhältnis entschieden wird statt mit dem Prinzip Gerechtigkeit/Wahrheit. Mit der „Verantwortlichen Regierung“ kämen wir dem Paradies schon ziemlich nahe! Ein „verantwortlicher“ Hirte oder Leiter des Volkes würde und könnte auch leicht die Fremden von seinem Land fernhalten wie auch die Kirche in den vielen Fehlern berichtigen und falsche Religionen abwehren! Aber warum korrigiert sich nicht die Kirche selber bei den nachgewiesenen Irrtümern? Da stoßen wir auf die Unfreiheit aller Geistlichen, weil sie bei der Priesterweihe Gehorsam versprechen mussten auf den Bischof, den Papst und das ganze Lehramt mit den (bibelwidrigen!) Dogmen.
Also das wahre Christentum laut Bibel würde alle Lehren Christi beachten und dadurch eine erlöste Welt verwirklichen, auch ,,Paradies“ genannt. Jeder Staat hätte einen verfügungsbefugten Hirten oder Verwalter mit den Abgeordneten als Helfern. Wegen der klugen und umsichtigen Wirtschaftsordnung müssten wir auch kaum über Armut und Arbeitslosigkeit klagen!
Dr. Josef Oberrauch, Bozen, 8.3.2005
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