Schattensynode
der Reformgruppen in Rom
Krieg kein geeignetes Instrument
Mehr als 70 Delegierte aus Europa, Nord- und Südamerika, aus Afrika und Asien waren vom 4. bis 7. Oktober zur Kirchenvolks-Synode, der so genannten Schattensynode nach Rom gekommen, entsandt von mehr als 300 Reformgruppen und Netzwerken. Die X. Bischofssynode - sie tagte bis Ende Oktober - sollte kritisch begleiten werden. Auch die Initiativgruppe hatte sich angeschlossen. Als Vertreter war Robert Hochgruber mit dabei.
Überschattet
war das Treffen vom Beginn der Kampfhandlungen in Afghanistan. Die Delegierten
erklärten, dass der Krieg kein geeignetes Mittel
zur Lösung internationaler Konflikte darstelle. Man war sich bewusst,
dass eine Bestrafung für die Terroranschläge in den USA nötig sei, allerdings
betonte vor allem auch die Vertreterin der USA, Schwester Maureen Fiedler, dass
Gewalt nur neue Gewalt hervorrufe und dadurch Unschuldige auf beiden Seiten
leiden müssten. Es sollten neue und kreative Wege der Konfliktlösung gesucht
werden. Die Prinzipien
"Gerechtigkeit schafft Frieden" und "Entwicklung ist der Name für
Frieden" wurden als Lösungsansätze vertreten.
Insgesamt gesehen war die Schattensynode eine bereichernde Erfahrung und ein großer Erfolg. Die Delegierten haben mehrere Tage die gegenwärtige Situation der katholischen Kirche besprochen, Visionen und Wünsche formuliert, Liturgie gefeiert und miteinander gebetet. Der Höhepunkt des Treffens war die Übermittlung des Abschlussdokumentes (siehe folgende Seiten) an den Generalsekretär der Bischofssynode Jan Schotte. "We shall overcome" singend und mit Luftballonen ausgestattet zog die bunte Schar die Via della Conciliazione hinauf bis zu seinem Büro im Haus Nr. 34 mit Sicht auf den Petersplatz. Auf das Ansuchen um ein Treffen war der Kardinal allerdings nicht eingegangen. So wurde der Brief nicht ohne Probleme mit den Sicherheitsbeamten - der Palast des Generalsekretärs gehört nämlich zum Vatikanstaat - dem Briefkasten anvertraut. Der Feier und dem Bewusstsein, einen Beitrag zur Verlebendigung der Kirche geleistet zu haben, tat dies keinen Abbruch.