Schaden für die Ökumene

Der Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche bedauerte am 3. Oktober 2000 die Äußerungen von Papst Johannes Paul II, mit denen er die von der Glaubenskongregation veröffentlichte Erklärung "Dominus Jesus" verteidigt hatte.

"Die Erklärung scheint uns einen falschen Weg zu weisen, um zur Einheit unter den christlichen Kirchen zu kommen. Der Papst hat die Erklärung leider nicht zurückgenommen. Sie aber neuerlich zu betonen und gleichzeitig den Respekt vor den anderen christlichen Konfessionen und Religionen auszudrücken, läßt einen guten Umgangsstil vermissen. Die Erklärung hat der Ökumene vermutlich einen großen Schaden zugefügt.

Die römisch - katholische Kirche sollte es nicht notwendig haben, andere christliche Glaubensgemeinschaften abzuwerten, um das eigene Selbstbewußtsein zu stärken. Denn jede Konfession versucht mit bestem Einsatz und aus besten Absichten heraus ihren Glaubensweg zu gehen und ihren Beitrag für die Welt zu leisten. Alle christlichen Kirchen haben teil an der Wahrheit, ebenso wie alle Religionen verschiedene Seiten Gottes erkannt haben. Und keine kann von sich behaupten, allein die gesamte Wahrheit erkannt zu haben.

Vermutlich lehnt der Großteil der Katholikinnen und Katholiken den Absolutheitsanspruch der römisch-katholischen Kirchenleitung gegenüber den anderen christlichen Konfessionen ab und hofft auf eine baldige Einheit."