Das Glaubensbekenntnis einer Frau
Ich glaube an Gott, der Frau und Mann nach
seinem eigenen Bild schuf, der die Welt schuf
und beiden Geschlechtern Herrschaft über die Erde gab.
Ich glaube an Jesus, Gottes Kind, auserwählt
von Gott, geboren von einer Frau Maria,der
Frauen zuhörte und sie liebte, der in ihren
Häusern war, der über das Reich Gottes mit
ihnen sprach, der Jüngerinnen hatte,
die ihm nachfolgten und ihn unterstützten.
Ich glaube an Jesus, der mit einer Frau am
Brunnen über Theologie sprach und ihr zuerst
anvertraute, daß er der Messias ist, so daß sie
hinging und der Stadt die große Neuigkeit brachte.
Ich glaube an Jesus, der sich salben ließ von
einer Frau in Simons Haus, der die
männlichen Gäste zurechtwies, die sich darüber empörten.
Ich glaube an Jesus, der sagte,
daß man an diese Frau und ihre Tat denken
wird als einen Dienst an Jesus.
Ich glaube an Jesus, der kühn handelte,
das Blut-Tabu der damaligen Zeit aufhob
und das mutige Weib heilte, das ihn berührte.
Ich glaube an Jesus, der eine Frau am Sabbat
heilte, weil sie ein Mensch war.
Ich glaube an Jesus, der von Gott sprach als
von einer Frau, die einen verlorenen Groschen sucht,
als von einer Frau, die fegte, um das Verlorene zu suchen.
Ich glaube an Jesus, der von sich sprach als
von einer Glucke, die ihre Küken unter ihren Flügeln versammeln will.
Ich glaube an Jesus, der zuerst Maria
Magdalena erschien und sie mit der
explodierenden Botschaft aussandte:
Gehe und sage es den anderen.
Ich glaube an die Ganzheit des Erlösers, in
dem es weder Juden noch Griechen, weder
Sklaven noch Freie, weder Mann noch Frau
gibt. Denn wir sind alle eins in seiner Erlösung.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
der sich über den Wassern der Schöpfung und über der Erde bewegt.
Ich glaube an den Heiligen Geist, der in uns sich sehnt
und für das, was unaussprechbar ist, bittet.
Ich glaube an den Heiligen Geist, den
weiblichen Geist Gottes, der wie eine Henne
uns geschaffen hat und das Leben geschenkt
hat und uns mit seinen Flügeln bedeckt.
Rachel Wahlberg
Wir haben mit Freude festgestellt,
daß die Pfarre Taufers i. P. Anfang Mai in einer Glaubenswoche anläßlich
des Jahresthemas am Muttertag "auch einmal die mütterlichen
Eigenschaften unseres Gottes betonen" wollte, wie Dekan Albert Ebner
ausführte. (Kath. Sonntagsblatt 9.5.1999). "Gott ist Gott und als
solcher weder Mann noch Frau. Sicher können wir ihn uns aber mit vielen
mütterlichen Zügen vorstellen". Wortgottesdienste in den Außenkirchen
geleitet von Laien - vielfach Frauen - sollten zudem die Möglichkeit
bieten, sich in priesterlose Wortgottesfeiern einzuüben. Ein
Lichtbildervortrag über Gottesbilder in der Kunst Südtirols, ein
geistliches Konzert und ein Jugendgottesdienst rundeten die
Glaubenswoche ab. Laut Eduard Tasser, Mitglied der Liturgiekommission,
ist die Glaubenswoche gut angekommen. Z.B. waren die Wortgottesdienste
sehr vielfältig, gut besucht und wurden vonden Gläubigen auch
angenommen.
Ich wünsche dir
warme Socken in stürmisch-kalter Zeit,
eine kühle Brise in Fieberhitze,
ein Durchatmen, wenn die Brust eng ist,
einen gleichmäßigen Herzschlag,
ein saugfähiges Taschentuch.
Ich wünsche dir eine Schulter zum Anlehnen,
eine Hand zum Anhalten,
einen Menschen, der mit dir weint und mit dir lacht,
Füße, die durchstehen können,
einen vollen Krug frischen Wassers.
Ich wünsche dir
eine schöne Geschichte gegen die Angst,
ein gutes Wort zur rechten Zeit,
eine Oase für deine Seele,
einen unerschütterlichen Glauben.
Gott, der Mütterliche und Liebende, segne dich.
Der Vater, der Sohn und
die Heilige Geistin.
Karin Leiter