Wir freuen uns...

... daß Papst Johannes Paul II es in seiner Fastenbotschaft als "Skandal" bezeichnet hat, daß viele Menschen weiterhin in Not leben. Er rief dazu auf, Wirtschaftsflüchtlinge nicht als Bedrohung anzusehen, da ihre "Schuld" nur darin bestehe, Arbeit und bessere Lebensbedingungen außerhalb ihrer Heimat zu suchen. Der Papst forderte "konkrete Zeichen der Liebe zu den Notleidenden". (Dolomiten 19.2.98)

... daß verschiedene asiatische Bischofskonferenzen in Vorbereitung auf die Asiensynode deutlich auf die Gefahr einer Vereinnahmung durch die römische Zentrale aufmerksam gemacht haben. Die japanischen Bischöfe möchten sich nicht als Filiale eines römischen Multikonzerns verstehen. Die vietnamesischen Bischöfe forderten von der westlichen Kirche nur das Evangelium, nicht Konsumismus und Triumphalismus. Die philippinischen Bischöfe sprachen von der Gefahr einer römisch beeinflußten Kirche. (Adista 7.3.98)

... daß sich der Algunder Pfarrgemeinderat öffentlich gegen den Ton und die "vorkonziliare Ausdrucksweise" der römische Laien-Instruktion geäußert hat. "Belanglose Fragen" und das Gesetz und nicht der Mensch mit seinen "brennenderen Fragen wie Existenz- ängste, Wertfrage, Sexualität, Zölibat" würden im Mittelpunkt dieser Instruktion stehen. Besorgt um die Glaubwürdigkeit der Kirche meint der PGR Algund, daß dieses Verhalten der Kirchenführung "großes Unheil" anrichten kann. Demgegenüber sieht der PGR in Bischof Stecher "Vorbild, Hoffnung und Trost". (Kath. Sonntagsblatt 15.2.98, FF 12 vom 21.3.98. Die Dolomiten haben die Stellungnahme des PGR Algund nicht abgedruckt.)

... daß der 73jährige Oblatenpater Tissa Balasuriya aus Sri Lanka von der Römischen Glaubenskongregation rehabilitiert worden ist. Er war am 2.1.97 wegen unterschiedlicher Lehrauffassungen bezüglich Erbsünde und Priestertum der Frau exkommuniziert worden (Impulse von unten 2/97). Internationale Solidarität, die auch von der Bewegung um das Kirchenvolksbegehren kam, führte zur positiven Entwicklung im Vatikan. P. Balasuriya gilt als anerkannter Experte für interreligiösen Dialog. (Segno 7.2.98)

... daß Bischof Wilhelm Egger im Fastenhirtenbrief folgendes geschrieben hat: "Wir brauchen mehr Frauen und Männer, die hauptamtlich in der Seelsorge mitarbeiten". Des Bischofs Wort in Gottes Ohr! Auch schreibt er, der Zölibat sei "nicht ein göttliches Gesetz" und "andere Formen priesterlichen Lebens vorstellbar", wohl aber ein "anschauliches Zeichen der persönlichen Verbundenheit mit Christus".



Wir bedauern ...

... daß der Präfekt der Kleruskongregation Kardinal Dario Castrillon Hoyos bei der Vorstellung neuer vatikanischer Richtlinien für die Ausbildung und das Leben der Ständigen Diakone betont hat, der Vatikan plane derzeit nicht, Frauen zum Diakonat zuzulassen. Der Dienst der Diakoninnen in frühchristlicher Zeit könne nämlich nicht mit dem heutigen kirchlichen Diakonat verglichen werden. Warum eigentlich nicht? Weiters: Da der ordinierte Diakon "in persona Christi" handle und da Christus ein Mann gewesen sei, könne eine Frau dieses Amt nicht bekleiden. Dieses biologistische Argument kann nicht akzeptiert werden, sonst könnte auch ein Schwarzer oder ein Südtiroler nicht Bischof werden. Die Jünger waren ja weder schwarz noch aus Südtirol.



Seligpreisungen für Weise

Selig,
die über sich selbst lachen können;
sie werden nie aufhören, sich zu amüsieren.

Selig,
die einen Maulwurfshügel von einem Berg
unterscheiden können;
sie werden vielen Schwierigkeiten entgehen.

Selig,
die fähig sind, sich auszuruhen und zu
schlafen,
ohne sich dafür zu entschuldigen;
sie sind auf dem Weg zur Weisheit.

Selig,
die sich darauf verstehen,
zu schweigen und zuzuhören;
wieviel Neues werden sie erfahren.

Selig,
die intelligent genug sind, sich selbst
nicht zu ernst zu nehmen;
ihre Umgebung wird sie zu schätzen wissen.

Selig,
die acht darauf haben, was andere brauchen,
und sich dabei nicht für unentbehrlich halten;
sie werden Leute sein, die Freunde säen.

Selig seid ihr,
wenn ihr versteht, die kleinen Dinge des
Lebens mit Ernst und die
ernsten Dinge mit Gelassenheit zu sehen;
ihr werdet im Leben weit kommen.

Selig seid ihr,
wenn ihr ein Lächeln und einen schiefen
Blick vergessen könnt;
euer Weg wird voller Sonne sein.

Selig seid ihr,
wenn ihr fähig seid, die Haltung der anderen
mit Wohlwollen zu deuten,
auch wenn der Augenschein dagegen spricht;
man wird euch für naiv halten,
aber die Nächstenliebe ist nicht
billiger zu haben.