Modell der ständigen Diakone gescheitert

Seelsorge kaum entlastet – Frauen nach wie vor diskriminiert

Die Tätigkeit der ständigen Diakone, die nunmehr seit 10 Jahren im Amt sind, hat kaum eine Entlastung für die brennenden Probleme der Seelsorge gebracht. Außerdem wird dadurch die Diskriminierung der Frauen in der Kirche fortgesetzt. Deshalb ist laut Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche das derzeitige Modell der ständigen Diakone gescheitert. Die Bemühungen und Leistungen der einzelnen Diakone werden voll und ganz anerkannt. Zugleich wird festgestellt, dass durch die Einsetzung der ständigen Diakone keine Lösung der seelsorglichen Probleme, wie Priestermangel, Auszug vieler Menschen aus der Kirche (Jugendliche, Frauen) erfolgt ist.

Die Diözesanleitung scheint nach wie vor nicht gewillt, den ständigen Diakonen echte Kompetenzen zu übertragen. Den Großteil der Tätigkeiten der Diakone könnten auch Personen ohne Weihe verrichten. Da die ständigen Diakone nur ehrenamtlich tätig sein können und da sie nicht ermächtigt sind, Pfarrgemeinden zu leiten, stellen sie kaum eine Entlastung für die mit mehreren Pfarreien betrauten Priester dar. Es wird lediglich versucht, die klerikalen Strukturen in der Kirche aufrecht zu erhalten, ohne die dringenden seelsorglichen Probleme zu lösen.

Zugleich bedauert der Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche sehr, dass durch das ständige Diakonat die Diskriminierung der Frauen in der Kirche fortgesetzt wird. Obwohl nachgewiesen ist, dass es im Laufe der Kirchengeschichte Diakoninnen gab, obwohl Frauen nach wie vor den größten Teil der Arbeit in den Pfarrgemeinden erledigen, obwohl die Menschenrechte verbieten, dass Personen wegen ihres Geschlechtes diskriminiert werden, lässt die Kirchenleitung in Rom immer noch keine Frauen zum Amt im Rahmen des ständigen Diakonats zu. Dadurch wird das Unrecht, das die Kirchenleitung Frauen antut, fortgesetzt und vertieft. Diese institutionelle Ausgrenzung kann zwar in einer Diözese nicht behoben werden. Es könnten aber auch von der Diözesanleitung Schritte zur Veränderung eingeleitet werden. Die kath. Kirche kann und darf laut Vorstand der Initiativgruppe auf die Kompetenzen und Erfahrungen der Frauen nicht verzichten, will sie glaubwürdig und eine Hilfe für die Gläubigen von heute sein.