Mit Elija auf dem Weg

Glurns - St. Jakob / Söles  -  spiritueller Ausflug  2006

In diesem Jahr zog es uns in den Vinschgau, nach Söles bei Glurns, um gemeinsam  - im wörtlichen wie auch im geistlichen Sinne – ein Stück Weg zu erwandern. Für Sonntag, den 20. August, war der Treffpunkt am frühen Nachmittag bei der Glurnser Pfarrkirche anberaumt. Auch durch strömenden Regen ließen sich die Pilger und Pilgerinnen nicht abhalten, den kleinen Jakobsweg nach Söles zu begehen. Das Wetter hatte sich ein wenig beruhigt, als dann der Aufbruch endlich gewagt wurde. Beeindruckend war die Gestaltung der einzelnen Kreuzwegstationen: schlichte Tafeln mit Darstellungen des Leidensweges Jesu, hineingestellt in ein eher naturfremdes Material, umweht von einer kleinen „Jakobsmuschel“. Manch/e Teilnehmer/in war verwundert,  dass die Stationen  in der Nummerierung nicht der uns vertrauten Weise folgten, was auch ein wenig Anlass zum Tüfteln gab. Bei der Kirche angekommen, wurde uns freundlichst von einem jungen Dorfbewohner Einlass gewährt. Die Malereien im Inneren der Kirche strahlten eine tiefe Schönheit aus.

Unsere in der Kirche gehaltene Wortgottesfeier stellte das Unterwegssein in den Mittelpunkt. In der Lesung begegnete uns der Prophet Elija, der auf seinem Weg der Stärkung des Herrn bedurfte um weiterzugehen. Wie oft sind auch wir auf dem Weg und erleben uns als Erschöpfte, Mutlose, Verzagte, sei es allein, sei es in einer kleinen Gemeinschaft! Die frohe Botschaft führte uns Jesus als Weg vor Augen, der das Leben in Fülle bringt. In frei formulierten Fürbitten brachten wir unsere Anliegen vor Gott. Als Andenken an die gemeinsame Feier erhielten alle eine kleine Muschel. Unsere Gebete schienen einen unmittelbaren Einfluss auf die Wetterheiligen zu haben, denn kaum traten wir vor die Türe, strahlte uns herrlicher Sonnenschein entgegen. Voller Freude und Dankbarkeit hielten wir auf den Bänken vor der Kirche eine kleine Agapefeier. Dann kehrten wir gemeinsam nach Glurns zum Ausgangspunkt zurück. Für einige hieß es Abschied nehmen, andere nahmen sich noch die Zeit für ein gemütliches Beisammensein in einem Glurnser Café.

Annegret Steck, Naturns


David und Batseba

Als David im Palast sich regte,
bevor er dann zur Rast sich legte

und wie er von dem Dache sah,
war's eine tolle Sache da,

weil seinen Blick die Wade bannte
der Frau, die sich vom Bade wandte.

Ob nicht zu ihm sie heiter schielte,
dass sie von ihm Bescheid erhielte?

„Schon steigt sie aus dem Bade reinlich!“
Dies war ihm nicht gerade peinlich.

Welch Anblick einer schönen Frau!
„Tu diesem Anblick frönen, schau!“

Als möchten ihn die Leibeswaden
und aller Reiz des Weibes laben!

So hing sein Blick, der leider klebte
an ihr, die ohne Kleider lebte,

die dort mit zartem Wadenpaar
noch frohgemut vom Baden war.

Das schöne Bild genoss er schlicht
und seine Augen schloss er nicht.