Einmischung
Zivilcourage und Chancengleichheit gefragt
Aus einem Gespräch der Tageszeitung mit Tanja Wasserer, der Assistentin von Sepp Kußtatscher im europäischen Parlament
Tageszeitung: Sie sagen, es lohnt sich, für gewisse gesellschaftliche und politische Werte Zivilcourage zu zeigen...
Tanja Wasserer: Ja, ich finde, Menschen zeigen zu wenig Zivilcourage, davon will ich mich selbst nicht ausschließen. Zivilcourage, damit meine ich z.B. den Mut haben, gerade auch in der Öffentlichkeit - und nicht nur hinter vorgehaltener Hand - seine Meinung zu sagen und zu seinen Überzeugungen zu stehen. Dazu gehört auch, Entscheidungen egal wer sie trifft, nicht einfach so hinzunehmen, ob auf Landes- oder Gemeindeebene. Ein Beispiel: Wenn jede Gemeinde in Südtirol mindestens einen Fußballplatz für Burschen bauen lässt, sollten die Mädchen sich wehren und den Bürgermeister fragen: Fußballplatz ist o.k. Welches Freizeitangebot macht die Gemeinde nun uns? Zivilcourage heißt eben auch, sich wehren und sich einmischen.
Tageszeitung: Ihr Blick von Brüssel Richtung Südtirol: Gibt es hier gesellschaftliche oder politische Entwicklungen, die Sie für Besorgnis erregend halten?
Tanja Wasserer: Südtirol ist zunächst in vielerlei Hinsicht ein gutes Modell. Ein Beispiel ist das Zusammenarbeiten und manchmal auch das Zusammenleben von mehreren Sprachgruppen. Etwas wirklich Besorgnis erregendes sehe ich nicht. Wo aber noch Nachholbedarf besteht, ist sicher die Chancengleichheit.
Tageszeitung: Was läuft in Südtirol in punkto Chancengleichheit falsch?
Tanja Wasserer: In Südtirol spielt vielfach immer noch das Geschlecht die größere Rolle und nicht die Qualifikation. So habe ich dies in Südtirol empfunden und erfahren. In Brüssel ist dies anders. Hier zählt die Qualifikation und nicht das Geschlecht. Das würde ich mir auch für Südtirol wünschen. Weiters werden den Frauen in Brüssel mehr Aufstiegschancen geboten.
Tageszeitung, 4.9.2005
Was die österreichische Pfarrer-Initiative will
Mit der PFARRER INITIATIVE wollen wir, katholische Pfarrer und Priester aus verschiedenen Diözesen, für eine offenere Diskussion in der Kirche zu den anstehenden und drängenden Zukunftsfragen eintreten und dabei unsere spezifische Erfahrung aus der Pfarrseelsorge einbringen. Wir werden vorhandene Lösungsvorschläge und Modelle für eine zeitgemäße Weiterentwicklung von Kirche unterstützen und in Zusammenarbeit mit Pfarrgemeinden und Pfarrgemeinderäten zur Diskussion stellen. Wir sind unzufrieden damit, wie die Leitungsverantwortlichen in den Diözesen und auf Weltkirchenebene mit den Fragen und Problemen umgehen. So etwa
Die PFARRER INITIATIVE will möglichst viele Pfarrer und Priester für eine Mitgliedschaft bzw. Unterstützung der Anliegen gewinnen, Lösungsvorschläge und -modelle zu den anstehenden Fragen sammeln und diskutieren sowie den Erfahrungsaustausch mit Gemeinden und Pfarrern in anderen Ländern suchen.
Dazu wird die PFARRER INITIATIVE vor allem regelmäßige Treffen mit thematischen Schwerpunkten organisieren, ihre Anfragen und Vorschläge in den verschiedenen kirchlichen Gremien, v.a. in den diözesanen Priesterräten, einbringen, zu Entscheidungen und Äußerungen der kirchlichen Leitungsverantwortlichen Stellung nehmen und Kontakt mit den Pfarrgemeinderäten aufnehmen.
Kontakte zur PFARRER INITIATIVE unter Marschallplatz 6, A-1120 Wien pfarrerinitiative@gmx.at bzw. www.pfarrerinitiative.direct.at Im Leitungsteam der Initiative ist u.a. Helmut Schüller, P. Udo Fischer, verschiedene Dekane und ein griech.-kath. Priester.