Appell an Weltbischofssynode
Initiativguppe zum Thema Eucharistie
Der Vorstand der Initiativgruppe für eine lebendigere Kirche hat sich anlässlich der jüngst stattgefundenen Weltbischofssynode in Rom mit dem Thema „Eucharistie“ befasst. Im Einklang mit der internationalen Bewegung „Wir sind Kirche“, der auch die Initiativgruppe angehört, wurde die Hoffnung ausgedrückt, die Synode möge gerade wegen der Bedeutung der Eucharistie für die Pfarrgemeinden die brennenden Probleme erkennen und Lösungen in die Wege leiten.
Auf folgende Problembereiche und Vorschläge wurde besonders hingewiesen:
Das gesamte Leben Jesu soll bei der Feier der Eucharistie in Erinnerung gerufen werden und nicht vor allem der Opfertod Jesu. So wünschen wir, dass die Synode die eucharistischen Kernpunkte von Gemeinschaft, Geschwisterlichkeit, Nachdenken über Wort Gottes, Brechen und Teilen des Brotes Christi im Einsatz für die Befreiung der Welt von Ungerechtigkeit und Gewalt deutlich macht. Der große Priestermangel wirkt sich zunehmend negativ auf das Gemeindeleben aus. Deshalb ist u.a. die Zölibatsverpflichtung zu überdenken. Bewährte verheiratete Männer („viri probati“) sollen als erster Schritt zum priesterlichen Dienst zugelassen werden. Der Ausschluss von Frauen ist für die heutige Zeit nicht mehr haltbar.
Einzelne Mitglieder der Pfarrgemeinden sollen die Möglichkeit erhalten, während der Eucharistiefeier das Wort Gottes auszulegen und mit dem Leben in Verbindung zu bringen. Es gilt deshalb, das Verbot der Laienpredigt zu überdenken.
Der Ausschluss von bestimmten Gruppen vom Empfang der Kommunion (z.B. wiederverheiratet Geschiedene) steht im Widerspruch zur Barmherzigkeit Jesu und zu seiner Einladung an alle Menschen. Dieser Ausschluss wird von vielen Gläubigen nicht mehr verstanden. In der orthodoxen Kirche herrscht eine andere Praxis bei gleichem Sakramentsverständnis.
Ein gewisser Freiraum in der Gestaltung der Eucharistiefeiern ist notwendig. Derzeit gibt es zu viele Regeln und Einschränkungen. Die Gottesdienste sollen einladender gestaltet werden, damit der Charakter der Frohbotschaft deutlicher wird. Der Austausch zwischen Priester und Gläubigen soll stärker gefördert werden. Christus lädt zum Mahl ein und zwar ohne Bedingungen. Deshalb sollen trotz ungelöster konfessioneller Divergenzen ökumenische Eucharistiefeiern ermöglicht werden.
Es ist erfreulich, dass die brennenden Probleme in der Synode offen angesprochen wurden. Leider bestätigt das Abschlussdokument lediglich die bisher vertretenen Positionen und lässt kaum Lösungsansätze erkennen.
Robert Hochgruber
Josef Mayr-Nussers
Lebenszeugnis
È ancora attuale parlare di un uomo che, a rischio della vita, sceglie di denunciare l’illegittimità di un potere basato sulla violenza e su un’ideologia aberrante?
Francesco Comina è tra le persone che hanno deciso di sì: è tuttora attuale, anzi urgente parlare di figure come Josef Mayr-Nusser, e con questo libro ha voluto dare un impulso forte e prezioso alla ripresa del dibattito. Quello che mi ha maggiormente colpito nel lavoro è la passione con cui l’autore si cala nel personaggio, ne esplora il profondo travaglio e riesce a far comprendere che il suo impegno cristiano non poteva non portare alla conclusione che molti, allora, giudicarono sconcertante e che tuttora divide gli animi.
Comina Francesco, Non giuro a Hitler. La testimonianza di Josef Mayr-Nusser, edizioni San Paolo, 2000.
Mein Bischof ist ein würdiger Mann, manchmal begegne ich ihm auf der Straße und er nickt, und manchmal verwechsle ich ihn mit seinem Bruder, dem Sprachwissenschaftler. Beide haben einen Bart und den gleichen singenden Ton in der Stimme. Nicht dass es mir Leid täte, dass ich dem Egger-Wilhelm nicht so oft begegne, aber manchmal finde ich es bedauerlich, dass man ihn nicht befragen darf und er seine gesalbten Worte nur in „freundlich“ gesinnten Medien auslässt.
Neulich ist der Bischof mir mehr als gewöhnlich aufgefallen, er hat in einem Hirtenbrief den Verfall des Glaubens in Südtirol beklagt. (Hirtenbrief zur Heiligsprechung von J. Freinademetz im Herbst 2003. A.d.R.) Und er hat damit natürlich gemeint, dass die Menschen nicht mehr beten, in die Kirche gehen, dass die katholische Religion in den Schulen nicht mehr so ein Gewicht hat. Und so weiter, und so weiter. In unserem Land, hat der Bischof gesagt, ist der christliche Glaube gefährdet. Das, so meine ich, ist eine frohe Botschaft. Südtirol wird wenigstens in religiöser Hinsicht ein liberales Land, wo der Glaube eine freie Entscheidung ist. Und jeder nach seiner Fasson glauben kann. Und wenn jemand ernstlich ein Christ ist und lebt, was er glaubt, hat er sowieso meinen ganzen Respekt.
Der Herr Bischof ist zweifellos ein gerechter Mann, was den Umgang mit Minderheiten, besonders mit Ausländern, angeht. Er hat eine soziale Ader, er ist ein Förderer der Caritas, in der doppelten Bedeutung des Wortes. Aber sonst tut er für den Erhalt des Glaubens wenig. Er hört nicht auf die, die sich wirklich Sorgen um die Kirche machen.
Nicht dass ich jetzt ein Volksbegehren unterschreiben würde, um die Kirche aufzupäppeln. Wenn diese Struktur so weitermacht, mag sie implodieren, in sich zusammenfallen.
Der Bischof schaut auf das Gebet, das ist ja auch sein Job. Aber hl. Josef Freinademetz, bitt für den Bischof, auf dass er auch auf die Frauen in der Kirche schauen möge, die Geschiedenen, die Homosexuellen und die, die mehr als ein Wörtchen mitreden wollen.
gm, ff, No. 38/18.9.2003