International
Wir sind Kirche weltweit
Am 25./26. Juni (Samstag/Sonntag) war dies in Innsbruck beim 10-Jahresjubiläum des Kirchenvolksbegehrens wahrhaft zu spüren. Aus vielen Teilen Europas (Portugal, Spanien, England, Deutschland, Holland, Belgien, Italien, Südtirol…..) gaben Basisgruppen des Kirchenvolksbegehrens durch kreative Plakatgestaltung und Informationsstände ihren Sehnsüchten nach einer lebendigeren Kirche Ausdruck. Abends berichteten die Initiatorinnen und Initiatoren der einzelnen Kirchenvolksbewegungen auf humorvolle Weise von ihren Erfahrungen. Untermalt wurde die gesamte Präsentation auf virtuose Weise von den Saxofemmes, unvergesslich superköstlich das Frauen-Kirchen-Kabarett Vorarlberg. Zu vorgerückter Zeit klang das Fest bei Kerzenschein (die Zahl „10“ durch Lichter dargestellt) im Freien aus.
Der tiefen geistigen Verinnerlichung unserer Anliegen wurde in der Gottesdienstfeier in der Pfarre Neu Rum im Thema „Brecht das Brot und nicht die Menschen“ am Sonntag Raum gegeben.
Annegret Steck
Internationale Vernetzung der Reformbewegungen
Vom 22. bis 25. November 1996 trafen sich Vertreterinnen und Vertreter von 10 Ländern, in denen bis dahin bereits ein Kirchenvolksbegehren durchgeführt worden war, in Rom, um die zukünftige Arbeit an der Reform der römisch-katholischen Kirche gemeinsam zu überlegen.
Es waren dies Menschen aus den folgenden Ländern: Österreich, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Italien, Südtirol, Portugal, Spanien, Holland, Großbritannien und aus den USA.
Am 25. November 1996 gründeten sie IMWAC (International Movement We are Church) zu Zusammenarbeit und Dialog innerhalb der römisch-katholischen Kirche und um die Inhalte des Kirchenvolkbegehrens weiter zu verteilen.
Als geschwisterliche Kirche hat IMWAC keine hierarchisch geformte Organisationsform. Die lokalen Mitgliedsgruppen arbeiten unabhängig in ihren eigenen Ländern und sind dort auch für ihre Aktionen selbst verantwortlich. Für die internationale Zusammenarbeit - gerade auch gegenüber dem Vatikan - war aber die Notwendigkeit gegeben, eine Form der Zusammenarbeit zu finden, die Absprachen in der Vorgangsweise, internationale Treffen und eine gemeinsame Pressearbeit ermöglichen sollte. Diese Arbeit erfolgt fast ausschließlich über das Internet; alle 2 bis 3 Jahre gibt es ein persönliches Treffen.
Was in der Theorie so einfach und gut klingt, ist in der Praxis äußert schwie-rig und kompliziert. Unterschiedliche Mentalitäten in einer weltweiten Vereinigung, verschiedene Schwerpunkte der Arbeit und auch ein unterschiedliches Verständnis, wie diese Arbeit gemacht werden sollte - ganz abgesehen von den Sprachbarrieren - machen die internationale Zusammenarbeit sehr mühsam. Das wurde auch beim letzten Treffen in Brüssel Ende April 2004 spürbar, und die neuen "Working Guidelines" (das Statut von IMWAC) konnte nur nach fast endlosen Debatten mit knapper Mehrheit beschlossen werden.
Inzwischen ist Dänemark neu dazu gekommen und Norwegen wird das nächste Mitglied von IMWAC sein. Beim Konklave im April machte IMWAC in Rom und über die Medien auf die Reformanliegen aufmerksam. Beim Weltjugendtag in Köln war die Wir sind Kirche Jugend mit einer Aktion vertreten (siehe S. 16). In Innsbruck fand anlässlich des 10 Jahresfeier ein internationales Treffen statt. Dabei wurde beschlossen, an den neuen Papst Benedikt XVI. einen Brief zu schreiben und um ein Gespräch zu bitten.
Derzeit ist Christian Weisner, Wir sind Kirche Deutschland, Koordinator für IMWAC.
Ingrid Thurner, Österreich