Gebt ihr ihnen zu essen

Es geschah auf einer Herbsttagung in Luzern. "Von Wunden und Wundern" war das Thema. Nach einem nachhaltigen Eingangsreferat saßen wir in Gruppen zusammen und diskutierten über Wunden und auch über Wunder. Die angeregte Diskussion kam dann etwas ins Stocken, als eine Teilnehmerin sagte: "Jetzt muss ich euch etwas erzählen.”

"Ich hatte einen Traum", beginnt sie, und ich denke: Ist sie jetzt nicht vom Thema abgewichen? Doch was die Frau zu erzählen hat, fasziniert mich und lässt mich seither nicht mehr los. Sie Aberichtet: "Ich war in einem Gottesdienst als Lektorin und Kommunionhelferin. Alles verlief gut, bis zur Kommunion. Da verteilte ich im Traum nicht Hostien, sondern Apfelstücklein. Ich hatte ein Rüstmesser dabei und trennte Stück um Stück vom Apfel ab. Zu meinem Erstaunen reichte es für alle. Der rot-gelbe Apfel, ich sehe ihn noch genau, wurde nicht weniger. Und dann schaute sie in die Runde und fragte: "Habt ihr eine Idee, was das zu bedeuten hat?"

Mir schoss ein Gedanke durch den Kopf. "Gebt ihr ihnen zu essen!" Eines wurde mir bewusst: Wir sind mitten im Thema.

Die Aussage, eher die Aufforderung von Jesus, ist in dieser Form nur beim Evangelisten Lukas zu Es geschah auf einer Herbsttagung in Luzern. "Von Wunden und Wundern" war das Thema. Nach einem nachhaltigen Eingangsreferat saßen wir in Gruppen zusammen und diskutierten über Wunden und auch über Wunder. Die angeregte Diskussion kam dann etwas ins Stocken, als eine Teilnehmerin sagte: "Jetzt muss ich euch etwas erzählen.”

"Ich hatte einen Traum", beginnt sie, und ich denke: Ist sie jetzt nicht vom Thema abgewichen? Doch was die Frau zu erzählen hat, fasziniert mich und lässt mich seither nicht mehr los. Sie Aberichtet: "Ich war in einem Gottesdienst als Lektorin und Kommunionhelferin. Alles verlief gut, bis zur Kommunion. Da verteilte ich im Traum nicht Hostien, sondern Apfelstücklein. Ich hatte ein Rüstmesser dabei und trennte Stück um Stück vom Apfel ab. Zu meinem Erstaunen reichte es für alle. Der rot-gelbe Apfel, ich sehe ihn noch genau, wurde nicht weniger. Und dann schaute sie in die Runde und fragte: "Habt ihr eine Idee, was das zu bedeuten hat?"

Mir schoss ein Gedanke durch den Kopf. "Gebt ihr ihnen zu essen!" Eines wurde mir bewusst: Wir sind mitten im Thema.

Die Aussage, eher die Aufforderung von Jesus, ist in dieser Form nur beim Evangelisten Lukas zu füreinander "Brot" zu sein? Wir nennen diesen Grundauftrag Diakonie. Ist denn Gottesdienst mehr wert als Nächstenliebe, als Fürsorge für die andern? scheint Lukas uns zu fragen. Die Speisung der 5000 steht bei Lukas nach der Erzählung von der Aussendung der Jünger. Also hat beides etwas miteinander zu tun. Ich kann mich nicht Christin nennen, wenn ich nicht begreife, dass die Menschen nicht nur das Himmelsbrot brauchen, sondern auch das Brot im Leben überhaupt. Dann heißt dieses Brot: Anerkennung, Zuhören, Respekt, Sorge um den Andern. Das Brot heißt dann auch Vergebung, Erbarmen und Großzügigkeit.

Der Apfel war rot und gelb. Rot ist die Farbe des Lebens, gelb die der Freude, des Festes. Vom "Apfel", der uns ja letztendlich geschenkt ist, weiter zu schenken ist die Anforderung an uns alle. Weiterschenken, an alle, die es brauchen!

Der Traum dieser Frau lässt mich nicht mehr los, Träume sind keine Schäume, das ist für mich wieder einmal klar. Träume weisen uns immer in eine bestimmte Richtung. Wo diese ist, dafür mich zu entscheiden, bleibt meine Herausforderung.

Lisbeth Hofstetter-Wirz


Schnee, Tee und Geschichten

Ein Weihnachtsbuch

Weihnachten scheint unter den Bergen von Glanz und Lametta zu ersticken. Doch Weihnachten ist trotz allem die Zeit der Familie und der Gemütlichkeit geblieben. Insgesamt 25 Südtiroler Autorinnen und Autoren haben auf Anregung der Edition Raetia Weihnachtsgeschichten verfasst, in denen die unterschiedlichen Stimmungen rund um Weihnachten eingefangen wurden. Kritisches und Weihnachtliches, Komisches und Ernstes, Poetisches und Erzählerisches treffen in dieser einmaligen Sammlung aufeinander. Das Buch soll nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Vorlesen anregen, zum Nachdenken und zum Träumen.

Nina Schröder (Hrsg.) weißt du was schnee ist / frisch gefallener? Weihnachtsgeschichten von Südtiroler Autorinnen und Autoren, 160 Seiten, Edition Raetia, Euro 25