Auf... gelesen


US-Diözesanpriester für Öffnung des Zölibates

163 Diözesanpriester, das sind 29 % aller Priester der Erzdiözese Milwaukee, USA haben sich in einem Brief an die US-amerikanische Bischofskonferenz für die Weihe von verheirateten Männern zu Priestern ausgesprochen. Als Grund wird der anhaltende Priestermangel angegeben. Robert Silva, der Vorsitzende der Nationalen Priestervereinigung der USA, bezeichnete den Brief als mutig und sprach sich dafür aus, ihn im Arbeitskreis „Leben und Dienst der Priester“, der von der US-amerikanischen Bischofskonferenz eingerichtet worden ist, zu besprechen.

Milwaukee Journal Sentinel, 19. August 2003


Reinhold Messners Erinnerungen an Alexander Langer

Alexander Langer war für mich ein sehr christlicher, religiöser Mensch und ich hab' immer behauptet, er ist viel mehr christlich als kommunistisch angehaucht. Er war gebildet wie wenige Südtiroler, natürlich auch sehr intelligent und damit in mehreren Sprachen, in der Historie, in der europäischen Geschichte verankert, wie wenige andere und vor allem, er war aus tiefstem Herzen heraus ein sozialer Mensch. Das heißt, es ging ihm mindestens so sehr um die anderen als um sich selbst. Ich würde nicht behaupten, dass der Alex jetzt nur ein Altruist war, er hatte natürlich auch ganz subjektive und egoistische Ziele. Er wollte etwas verändern, er wollte dieses Land Südtirol verändern, er wollte später generell in Mitteleuropa, sofern er Einfluss nehmen konnte, die Menschheit einer christlichen Lebenshaltung zuführen. Aber christlich immer im sozialen Sinne. Er war aus tiefstem Herzen ein Humanist.

Tageszeitung, 19./20.4.2003


Bundestagspräsident Wolfgang Thierse an Kirche

Ich wünschte mir, dass die Kirche manchmal etwas weniger ängstlich ist. Im Vertrauen auf Gott und übrigens auch im Vertrauen auf die eigene reiche Geschichte mit all ihrer Widersprüchlichkeit, könnte sie in jener Offenheit handeln, auf die die anderen ja warten. Und das ist keine Aufforderung zur Beliebigkeit. Kenntlich muss diese Kirche bleiben, ein Profil haben, aber etwas weniger ängstlich reagieren auf Entwicklungen in- und außerhalb der Kirche, an den Rändern, zwischen den Kirchen. Also etwas mehr ökumenische Hoffnung: Das wünschte ich mir schon.

Dolomiten, 12.11.2003, S. 8.


Erster homosexueller Bischof

Gene Robinson, 56, wurde im US Bundesstaat New Hampshire trotz massiven Widerstandes konservativer Kirchenmitglieder von der Episkopal-Kirche zum Bischof geweiht. Robinson ist bekennender Homosexueller und damit der erste homosexuelle Bischof in der anglikanischen Kirche, zu der die Episkopalen gehören. In Groß-britannien war noch im Sommer 2003 die Ernennung eines homosexuellen Geistlichen zum Bischof gescheitert.

Südtirol 24h, 4.11.2003


Kirche krankt am Alter

Im Vatikan wächst die Sorge wegen der stark sinkenden Zahl neuer Priester in Europa. Die Seelsorger werden immer älter, in Italien sind sie durchschnittlich 60 Jahre alt und seit über 33 Jahren im Dienst. Dies ergab eine Studie des Soziologieprofessors Luca Diotallevi, die er im Auftrag der italienischen Bischofskonferenz verfasst hat. Aus der Studie ging hervor, dass 42,3 % der fast 33.000 Priester in Italien über 65 Jahre alt sind.

Die Zahl der Priester ist in ganz Europa stark rückgängig. In Italien gibt es 0,56 Priester pro 1000 Einwohner, in Österreich 0,31, in Spanien 0,46. Laut der Studie ist in den nächsten 20 Jahren mit einem 23-prozentigen Rückgang der Priesterweihen zu rechnen. Schätzungen zufolge fehlen derzeit in Italien rund 4.000 Priester.

Südtirol 24h, 20.11.2003


Diöz. Linz nimmt Gleichstellung von Frauen ernst

Die Diözese Linz hat innerhalb kurzer Zeit eine Vorreiterrolle in Fragen der betrieblichen Gleichstellung erreicht. Vor einem Jahr haben sich Bischof Aichern und die Direktorinnen und Direktoren der diözesanen Ämter zur Gleichstellung von Frauen und Männern bekannt. Die Frauenbeauftragte der Diözese Linz, Irmgard Lehner, zeigt sich nach einer ersten Zwischenbilanz zufrieden. Die Ernennung von Sr. Hanna Jurmann zur bischöflichen Ordinariatskanzlerin im September 2003 sei ein deutliches Signal, den Frauenanteil in Führungspositionen zu erhöhen.

o.k. Offene Kirche, 1/Jan. 2004