Basisgemeinden in Europa
EINE CHANCE FÜR UNSERE KIRCHE
![]() Helmut Rohner bei der Vollversammlung |
So der Titel des Vortrages von Helmut T. Rohner aus Dornbirn (A), welchen er im Rahmen unserer diesjährigen Vollversammlung am 12. April 2003 im Bozner Pfarrheim hielt.
Warum eine Chance für unsere Kirche? Dies wird bereits aus den Zielsetzungen der Basisgemeinden bzw. Basisgruppen – je nach Größe – ersichtlich:
Bereits nach dem II. Vatikanum entstanden die ersten Basisgemeinden in Südeuropa, und zwar in Portugal und Spanien, im Wiener Raum dann große von einem Pfarrer geleitete Basisgemeinden. Basisgemeinden gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Gestalten.
Eine Basisgemeinde umfasst ungefähr 500 Menschen; in einer Basisgruppe – dies entspricht einer Basisgemeinschaft – begegnen sich bis zu 12 Menschen in regelmäßigen Abständen und haben auch aufgrund ihrer geringen Anzahl eher die Möglichkeit zur Schwerpunktsetzung. In Österreich gibt es auch in Innsbruck eine große Basisgemeinde, die sich vom Glauben getragen weiß, jedoch im traditionellen Bereich mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Zudem existieren Basisgruppen in Vorarlberg; weiters hat im Burgenland ein Kloster seine Tore für Familien geöffnet. Bei den Katholikentagen in Deutschland entstand die Bewegung „Kirche von unten“, durch die das Kirchenvolksbegehren initiiert wurde. In der deutschsprachigen Schweiz finden sich eher kleinere Basisgemeinschaften, während im französischsprachigen Teil auch größere Basisgemeinden existieren, die häufig von einem Geistlichen mitgetragen werden. Die Prokor-Bewegung „Brennender Dornbusch“ hat in Ungarn ihre Wurzeln; in der tschechischen Untergrundkirche sind auch verheiratete Priester, Priesterinnen und Bischöfe zu finden, die von Rom inzwischen als nicht gültig anerkannt werden.
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Mehr Rechte für Menschen mit Behinderung Das fordert der Arbeitskreis Eltern Behinderter bei der Jahresvollversammlung im April. Mit Blick auf das europäische Jahr der Menschen mit Behinderung betonte der Verband in einer Resolution die Notwendigkeit zusätzlicher familienfördernder Maßnahmen sowie von Rehabilitationsdiensten und Therapieformen auch für schwerbehinderte Kinder ebenso wie finanzielle Unterstützungen auch der alternativen Medizin. Vermehrte Integrationsmaßnahmen in den verschiedenen Schulstufen mit ausreichend Lehrpersonen seien dringend erforderlich, um das bisher Erreichte nicht zu gefährden. Die Berufsausbildung für Menschen mit Behinderung und die Arbeitseingliederung sei ein besonders großes Anliegen, betonte die Vorsitzende Gertrud Calenzani. Dazu gehöre die Ausarbeitung der Rahmenbedingungen zur Einführung der Teilqualifikation gemäß LG 3/98, die Einbeziehung beim Bildungspass, eine permanente Weiterbildung, ebenso dass Menschen mit einer geistigen Behinderung gleiche Rechte erhalten wie jene mit anderen Behinderungsformen. Die Einführung eines gesicherten Grundeinkommens für alle Menschen mit Behinderung solle ihnen neben anderen Maßnahmen eine freie und würdige Existenz sichern. Politikerinnen und Politiker sollten laut Resolution das Mitspracherecht der Eltern und den Miteinbezug der Betroffenen, die in den vergangenen Jahren zum Großteil verwehrt wurden, gewährleisten. Die Eltern seien nämlich durch jahrelange Erfahrungen zu Experten geworden und könnten sinnvolle und kostengünstige Vorsorge leisten. Es bleibt zu hoffen, dass diesen konkreten Vorschlägen auch Taten folgen - über das Jahr der Menschen mit Behinderung hinaus. Robert Hochgruber |
Die Methode, mit der die Basisgemeinschaften miteinander ihr Christsein leben, lehnt sich an die in Lateinamerika entstandene Befreiungstheologie an. Die Praxis steht im Vordergrund, theoretische Formulierungen und Reflexionen kommen erst später. Folgende Strategie wird mit dieser Methode verfolgt: Kirche selber leben im kleinen und Einfluss nehmen auf die große Kirche. Auf die großen Fragen unserer Zeit im Hinblick auf die Chancen für Kirche und Gesellschaft in ihrer heutigen Situation versuchen Basisgruppen auf folgende Weise zu antworten:
Im Anschluss an das Referat fand noch ein reger Austausch statt. Mich persönlich hat die Begegnung mit Helmut Rohner in unserer begeisterten Runde ebenso ermutigt und getragen wie der Traum, den er uns noch mit auf den Weg gegeben hat: Ein Traum von einer Welt und einer Kirche, in denen es kein unten und kein oben, kein rechts und kein links, wohl aber eine Mitte gab und eine Vielfalt an Diensten und Begabungen, groß wie die Vielfalt der Blumen.
Annegret Steck, Naturns