Ständiges
Diakonat wozu?
Mich
wundert es nicht, dass es kaum Bewerber für das Amt des Ständigen Diakons in
unserer Diözese gibt. Wohlgemerkt, ich sage nichts gegen die gegenwärtigen
Diakone, gegen ihren Einsatz und ihre Bereitschaft, im Dienst an den Menschen
Gottes Liebe sichtbar werden zu lassen. Ich sage auch nichts gegen ihre
Berufung. Ich habe großen Respekt vor ihrer Tätigkeit.
Aber
ein Dienst, ein Amt in der Kirche sollte auf ein Erfordernis antworten, auf eine
Notwendigkeit der Zeit. Da nützt es nichts, wenn der Referent für die Ständigen
Diakone, Ivo Muser betont, dass „der Diakonat ein eigener Dienst mit einer
typischen Bedeutung ist“ und ein „rein funktionales Verständnis dieses
Amtes“ (ein Ständiger Diakon kann eh nicht mehr als ein Laie mit einer
besonderen Beauftragung) zurückweist. (Sonntagsblatt, 24.3.2002). Laut den
Vorstellungen Musers müssten wohl in konsequenter Wiese alle Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern mit ihren eigenen Diensten eine Weihe erhalten, um ihre
typische Bedeutung hervorzuheben? Warum sollten z.B. hauptamtliche
Pastoralassistentinnen und –assistenten sowie Religionslehrpersonen nicht
geweiht werden? Und warum nicht Frauen?
Die
Weihe von ständigen Diakonen dürfte ein (von Rom favorisierter?) Versuch sein,
eine Gruppe von Mitarbeitern zu klerikalisieren, um vom Priestermangel
abzulenken und dringende Reformen des Priesteramtes hinauszuzögern.
Robert
Hochgruber