Weltkirchenrat zu Papsttum "Pastoraler Mittler"?

Ein Papsttum, das den Papst als "pastoralen Mittler und als geistliche Appellationsinstanz" sehe, würde der altkirchlichen Tradition des ersten Jahrtausends entsprechen, sagte der Generalsekretär des Weltkirchenrates Konrad Raiser. In dieser Gestalt hätten auch die östlichen Kirchen den Bischof von Rom immer als den Mittler der kirchlichen Gemeinschaft anerkannt, nicht aber den Anspruch eines "universalen Jurisdiktionsprimats". Der Papst als solcher sei nicht das Hindernis der Ökumene, sondern das Papstamt als Symbol eines bestimmten Kirchenverständnisses. Dieses letztlich "imperiale" Modell könne nicht der Weg" sein, "wie die Kirchen insgesamt in ihrer unterschiedlichen Prägung in das 21. Jahrhundert hineingehen können", sagte Raiser".

KirchenZeitung, Wien, 7.4.2002