Reaktionen auf Entwurf des Seelsorgeplanes

Wenig Einsicht für hauptamtliche Mitarbeit

Stellungnahme einer Laientheologin zu den Vorschlägen zum Entwurf des Seelsorgeplanes 2002 – 2012

Letzte Woche fand die Vorstellung des Pastoralplanes im Dekanat statt. Eingeladen waren die Pfarrer, die PGR Vorsitzenden und ihre Stellvertreter.

Mein Eindruck war der, dass von Seiten der Laien oft noch zu wenig erkannt wird, wie die augenblickliche Situation ist. Gerade in unserem Dekanat sind "genug" Priester, und somit wird auch keine Notwendigkeit gesehen, dass Laien im kirchlichen Dienst eingesetzt werden. Nur wenige sehen, - nicht nur aufgrund des Priestermangels - jene Verantwortung, die auch Laien bei der Mitarbeit in der Kirche haben und übernehmen können.

Von Seiten der Priester sehe ich bei einigen, oft wenig Einsicht, was die Vielfalt der verschiedenen Dienste anbelangt.

Gerade im Bezug auf die Finanzierung von Pastoralassistentinnen sehe ich gerade von Seiten der Diözese wenig Bereitschaft, die Pfarreien zu unterstützen. Deshalb finde ich euren Vorschlag eines DIUL (Diözesanen Institutes für den Unterhalt der Laien) sehr gut. Leider ist noch manchen nicht klar, dass Idealismus noch lange nicht ausreicht, um (wirtschaftlich) zu überleben. Eine der Ausbildung entsprechende Entlohnung sehe ich als Grundvoraussetzung, die gewährleistet werden muss.

Im Vorschlag, ständige Diakone in Teilzeit anzustellen, sehe ich ebenfalls eine große Zukunft, vor allem in Pfarreien, wo kein Priester mehr ist. Mit der Teilzeitanstellung muss aber eine Übergabe von Verantwortung verbunden sein, nicht dass der Diakon zum "Handlanger" des Pfarrers wird.

Problematisch sehe ich die Beschäftigung von verheirateten Priestern: leider ist die Situation so, dass aus dem Priesterseminar ausgetretene Studenten, aber vor allem "ausgetretene" Priester bis heute noch gerade von Seiten der Amtskirche große Behinderungen erleben, wenn sie in der Seelsorge mitarbeiten wollen. Die Ablehnung von männlichen Orden finde ich ebenfalls sehr gut.

Pensionsalter: es ist nur eine Verzögerung der augenblicklichen Situation, die in einigen Jahren sowieso eintritt.

K. R., Laientheologin


Reaktionen auf die Vorschläge zum Entwurf des Seelsorgeplanes 2002 – 2012

Unsere Vorschläge stießen auf beachtliches Interesse. Es gab einige Gespräche dazu. „Ja, ja, ihr habt schon recht, aber was sagt die Diözesanleitung dazu?“ war vielfach zu hören. Vor allem die Anregung der Errichtung eines Diözesanen Institutes zum Unterhalt der Laien stieß auf viel Interesse. Ein Pfarrer sagte, dass auch größere Pfarreien nicht so leicht die Geldmittel für eine Pastoralassistentin oder –assistenten aufbringen könnten. Die Bezahlung durch die Diözese wäre ein vorrangiges Anliegen, meinte ein Dekan, für die Pfarrei und für die Laien. Ein gewisser Pessimismus war aus den Meldungen unverkennbar herauszulesen. Viel Neues oder Umwälzendes bringe der diözesane Entwurf des Seelsorgeplanes nicht. So schlimm sei es ja noch nicht und wenn einmal andere Wege notwendig seien, werde man schon Möglichkeiten finden.

Laut Protokoll hat der Priesterrat schon in der Sitzung vom 20.11.2001 über den diözesanen Entwurf folgendes geäußert: „Für ein Berufsbild der Laientheologen /-innen sollen auch die Möglichkeiten des Einsatzes (und damit der Finanzierung) in der Alten-, Behinderten-, Gefangenen- und Dekanatsjugend-Seelsorge geprüft werden; Ver- suche in einzelnen Institutionen laufen bereits. Bedacht werden soll die Gefahr einer Vereinnahmung kleiner Pfarrgemeinden durch Großeinheiten. Auch die gesamtkirchlich anstehenden Überlegungen über eine Erweiterung der Zulassungsbedingungen zum Sakrament der Weihe werden genannt.“ Generalvikar Josef Matzneller antwortete in einem ausführlichen Brief auf die Vorschläge des Vorstandes. Die Bitte, seine Meinung in einem Artikel in den Impulsen zusammenzufassen, beantwortete er mit dem Hinweis, dass er nicht dafür sei, an der „in Ihrer Zeitschrift geführten Diskussion zu diesem Thema mitzutun.“ Seelsorgeamtsleiter Bernhard Holzer bedankte sich für die Stellungnahme und weis darauf hin, dass sie wie alle anderen von den zuständigen diözesanen Kommissionen und Räten besprochen werde.

Es bleibt die Hoffnung, dass der Seelsorgeplan 2002 –2012 durchführbare und für die Seelsoge brauchbare Lösungen enthalten wird.

Robert Hochgruber