Blitzlichter

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Eure Pfade sind nicht Gottes Pfade

"In den evangelischen Kirchen gibt es einen Überhang an Pastoren, an Menschen, die das Wort Gottes verkündigen und Gemeinden leiten wollen. Woran das liegt? Fast die Hälfte der Vikare im Ausbildungsdienst für den Pastorenberuf sind Frauen. Es ist bezeichnend, dass dieser Aspekt in den Jammertiraden des Vatikans mit keinem Wort erwähnt wird. Es gibt Priesterberufungen auch in der katholischen Kirche, allerdings nicht nur dort, wo die Bischöfe sie gerne hätten. Was sind das für Schatzsucher, die selbst bestimmen wollen, wo der Schatz verborgen ist und  die nicht bereit sind, dafür die eingetretenen Trampelpfade zu verlassen... Wenn die Bischöfe Klage führen über mangelnde Priesterberufe, dann mögen sie sich daran erinnern, dass auch für sie gilt: 'Eure (Trampel)Pfade sind nicht Gottes Pfade' (Jesaja 55,9)."

Peter Gasser, Rom, Tageszeitung vom 3.4.2001


Kardinal Ratzinger und die Kollegialität

"Joseph Ratzinger, Kardinal und Präfekt der römischen Glaubenskongregation, will mehr Kollegialität in der Leitung der katholischen Kirche. Der Papst sei 'nicht der Alleinherrscher, sondern der Diener der Gemeinschaft', erklärte der Kardinal im einem italienischen Zeitungsinterview. Die Formen, in denen 'ein dauerhafter Kern des Petrus-Primates' ausgeübt werde, 'können sich ändern'. Für mehr Kollegialität und eine Dezentralisierung der Kirche hat sich auch der Generalmeister des Dominikanerordens, Timothy Radcliffe, ausgesprochen. Die Synoden als Forum für Debatten sollten ausgebaut werden."

Publik-Forum 27.4.2001, Nr. 8, S. 41


Starre Trennung zwischen Amtsträgern und Kirchenvolk überwinden

"In den Gemeinden des Paulus hatte jeder und jede eine wichtige Aufgabe zum Wohl der ganzen Gemeinde. Es gab keine starre Trennung zwischen Amtsträgern und Kirchenvolk. Wo die Kirche diese Schranken überwindet und alle Getauften zu einer lebendigen Mitverantwortung ermutigt, wird sie den belebenden Geist Gottes erfahren."

Einführung zur 2. Lesung am Pfingstfest (1 Kor, 12, 3b-7.12-13),
Katholisches Sonntagsblatt 3.6.2001


"Offen sein für Gottes fantasievolle Wege"

'Gott führt die Kirche auch heute; wir wissen aber nicht, wie Gott uns erhört, vielleicht hat er schon lange angefangen, etwas Neues zu wirken', betont Dekan Albert Ebner. Wir seien zu sehr fixiert auf das Bestehende und meinten, es müsse immer so weitergehen. Auch früher seien verschiedene Formen von geistlichen Berufungen entstanden und dann wieder verschwunden, je nach den Bedürfnissen der Zeit."

Dekan Albert Ebner, Taufers i. P., Kath. Sonntagsblatt 6.5.2001


Verzicht auf 10 % Gehalt für Bankrottbetroffene

"William J. McNaughton, katholischer Bischof von Inchon in Südkorea, und weitere 60 Priester werden ein Jahr lang auf zehn Prozent ihres Gehaltes verzichten und den Betrag stattdessen auf ein Sonderkonto einzahlen. Mit dem Geld soll Familien und Betroffenen des Daewoo-Bankrotts geholfen werden. Der südkoreanische Autohersteller Daewoo hatte im vergangenen Jahr den Bankrott erklärt und tausende von Mitarbeitern entlassen. Das Geld wird unabhängig von deren Religionszugehörigkeit an Hilfsbedürftige ausgezahlt."

Publik-Forum 27.4.2001, Nr. 8, S. 41


Bischof Wilhelm Egger bei der Chrisammesse am Gründonnerstag

"Superiamo le contraddizioni

Monsignor Egger non nasconde la difficoltà di essere portatori del messagio evangelico al giorno d'oggi:

"Partendo dall'esempio di Cristo, Cusano parla di una seconda caratteristica del sacerdote, importante anche nel nostro tempo; parla della capacità di congiungere gli estremi, di superare le contraddizioni. Il cardinale ci invita a sopportare le tensioni che continuamente, come sacerdoti, incontriamo. Uno dei pericoli in cui incorriamo è quello di presentare troppo rigidamente le direttive di Dio e della Chiesa, o di tirarci indietro senza prendere alcuna posizione. Noi sacerdoti soffriamo di questa tensione. Una strada per renderla sopportabile è cercare il colloquio e non rimuovere i problemi."

Il segno  del  14 aprile 2001


Preis für Zivilcourage in der Kirche erstmals verliehen

Ulm: Der erstmals vergebene Amos-Preis für Zivilcourage in der Kirche ist am 9. Juni 2001 in Ulm zwei Frauen überreicht worden. Geehrt wurde die burgenländische Superintendentin Gertraud Knoll, die sich mutig gegen rechtsextremistische politische Entwicklungen in Österreich eingesetzt habe.
Pfarrerin Beatrix Spreng aus Joachimsthal in Brandenburg und ihre Gemeinde hätten eine beispielhafte erfolgreiche Projektarbeit entwickelt, um Fremdenfeindlichkeit und nationalsozialistischem Gedankengut durch "entspannende Zuwendung" zu rechten Jugendlichen entgegenzuwirken, hieß es. Die Laudatio hielt der ehemalige Bundesminister und Kirchentagspräsident Erhard Eppler.
Der Amos-Preis der Offenen Kirche, Evangelische Vereinigung in Württemberg, bezieht sich auf den Propheten Amos im Alten Testament, der in seiner Zeit gegen Unrecht und Ignoranz auftrat.

Die Preisverleihung war Teil eine ökumenischen Begegnung der Nächstenliebe. Mehrere hundert Gäste kamen zum Jahresfest des Gustav-Adolf-Werks (GAW) der Evangelischen Landeskirche Württemberg nach Ulm.

Deutsche Presseagentur vom 15. Juni 2001