Es freut uns...
- ...dass der Glaube an Gott in den vergangenen zehn Jahren in Österreich
zugenommen hat. Nach der alle zehn Jahre durchgeführten Europäischen
Wertestudie stieg der Anteil der Österreicher, die an Gott glauben, seit
1990 von 77 auf 83 Prozent, wobei diese Entwicklung in allen
Altersstufen und sozialen Schichten festzustellen ist. (Kirche Intern
2/2000)
- ...dass laut Ergebnis der 13. Shell-Jugendstudie in Deutschland
Jugendliche heute Konstrukteure eines persönlichen Wertekosmos sind und
Ohnmachts- oder Überforderungserfahrungen angesichts von
Wertepluralismus selten sind. Obwohl Religion und Kirchlichkeit jungen
Menschen immer weniger bedeuten, findet somit kein allgemeiner
Werteverfall statt. Trotz individueller Religiösität scheint Religion
als Gesprächsthema unter Jugendlichen aber verpönt zu sein.
(Pubilk-Forum 8/2000)
- ...dass die Stadt Mailand Frauen mit geringem Einkommen drei Jahre lang
mit monatlich einer Million Lire unterstützt, wenn sie sich in einem
Schwangerschaftskonflikt für das Austragen des Kindes entscheiden.
- ...dass Diözesanbischof W. Egger eine klare Stellungnahme zugunsten
einer verantworteten Sexualerziehung in der Schule abgegeben hat. Da
Sexualität zur Identitätsentwicklung und -findung gehöre, sei eine
Sexualerziehung in jedem Erziehungsbereich, also auch in der Schule,
notwendig. Der Bischof stellte sich auch hinter die "Handreichung zur
Sexualerziehung in der Schule" und betonte, dass Werte des christlichen
Menschenbildes zu vermitteln werden sollen. Die Berufsgemeinschaft der
Religionslehrerinnen und -lehrer sowie der Landesbeirat der Eltern
begrüßten die Stellungnahme des Bischofs.
- ...dass Pax Christi den Vorschlag unterbreitete, in Bozen nach dem
Vorbild anderer Städte eine ständige Schule des Friedens und der
Gewaltlosigkeit einzurichten. Südtirol eigne sich als Grenzland und
Provinz, in der mehrere Volksgruppen friedlich zusammenleben, in
besonderer Weise für die Errichtung einer Friedensschule, meinte
Francesco Comina von der Bozner Pax Christ Sektion. (Tageszeitung,
12.2.2000).
Wir bedauern...
- ...dass der Vorschlag, den die Arbeitsgruppe des "Dialogs für
Österreich" zum Thema Bischofsernennungen unter der Leitung von Bischof
Kothgasser (wir berichteten in den Impulsen von unten 1/2000) erstellt
hat, vom Präfekten der Vatikanischen Bischofskongregation, Kardinal
Lucas Moreira Neves, in einem "Geheimbrief" an die östereichische
Bischofskonferenz abgelehnt worden ist. Er hat sogar Bischof Johann
Weber aufgefordert, den in der Diözese praktizierten
Konsulatationsmechanismus zurückzunehmen. Es bleibt die Hoffnung, dass
sich die Kirchenleitung in Österreich bei ihrem Vorschlag einer
Einbeziehung des Kirchenvolkes bleibt.
- ...dass der Wahlmodus für die Kommission für den Religionsunterricht und
die Personalkommission für Religionslehrer/innen keine echte Nominierung
der Vertretung der Betroffenen zugelassen hat. Aus den 5 von den
Religionlehrerinnen und -lehrern meistgewählten Vertretern/innen wird
nämlich der Ausschuss des Priester- und Pastoralrates eine Person
auswählen, eine weitere bestimmt der Diözesanbischof aus den restlichen
vier. Auch die Berufsgemeinschaft der Religionslehrer/innen sollte einen
Dreiervorschlag für eine Kandidatin oder einen Kandidaten machen. Dieser
Wahlmodus stellte einen Rückschritt in Bezug auf jenen von vor 5 Jahren
dar. Damals wurden die Hälfte der damaligen Kommissionen direkt von den
Religionslehrpersonen gewählt.
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