Zeitgleich mit dem Bericht "Vergebens Volksbegehren" in der FF vom 30. 08. 98 schreibt Bischof Wilhelm in den Dolomiten und im Sonntagsblatt über das Vaterunser: "Es ist die Probe auf's Exempel" und zeitgleich feiert der Bischof sein 12-jähriges Amtsjubiläum.
Als Mensch, der sich Gedanken macht über Gott und seine Welt, besonders über das Vaterunser, muß ich einen Widerspruch feststellen zwischen dem praktizierten Vorgehen des Bischofs z. B. in Algund und seiner Predigt über das Vaterunser, in der er nur Altbekanntes wiederholt. Alle aktuellen heiklen Themen und Probleme, die vielen Christen auf den Nägeln brennen, werden ausgeklammert und totgeschwiegen. Das Problem einer priesterlosen Zeit wird verharmlost heruntergespielt. Plötzlich ist es Sache der ganzen Bevölkerung und kein Problem mehr, nur die Leitung (sprich Macht) hat beim Amtsträger zu bleiben. Kein Schritt nach vorne zu echten und ehrlichen Problemlösungen, keine Chance für viele qualifizierte, zum Priestertum und zur Ehe berufene Menschen und keine Verantwortung für die Sache Jesu!
Das Vaterunser zu beten, wie Jesus es tat, hätte "ganz andere" Konsequenzen:
Von einer solchen Kirche und von solchen Bischöfen und Theologen können Menschen bis heute leider nur träumen, wenige Ausnahmen ausgenommen. Das Vaterunser wird tatsächlich zur Probe aufs Exempel für jeden, Laien und Amtsträger.
Maria Möhrle, Schlanders