Drei Jahre Kirchenvolksbegehren

Frischer
Wind
in der
Kirche

Vor drei Jahren fand das Kirchenvolksbegehren in Südtirol statt - durchgeführt von der Initiativgruppe Für eine lebendigere Kirche

Folgende Ziele und Forderungen wurden erhoben:

Der Aufbau einer geschwisterlichen Kirche: Gleichwertigkeit aller Gläubigen, echte Mitsprache und Mitentscheidung auf Pfarr- und Diözesanebene

Volle Gleichberechtigung der Frauen:

Als ersten Schritt ständiges Diakonat für Frauen, später Priesteramt; frauengerechte Sprache und Vertretung der Frauen in allen Gremien

Freistellung des Zölibates für die Priester

Positive Bewertung der Sexualität:

Anerkennung der verantworteten Gewissensentscheidung im Rahmen der Empfängnisregelung Mehr Menschlichkeit und Anerkennung gegenüber Homosexuellen

Frohbotschaft statt Drohbotschaft

Mehr Verständnis und Versöhnungsbereitschaft mit wiederverheirateten Geschiedenen, verheirateten Priestern und für soziale Randgruppen

18.284 Personen unterstützten durch ihre Unterschrift diese Anliegen. Dies ist ein Zeichen dafür, daß sich viele Laien und Priester Sorgen um den Zustand und die Zukunft der Kirche machen und eine dringende Erneuerung und Reform in strukturellen Fragen wünschen.

Was ist seither geschehen?

Die Anzahl der Unterschriften wurde in Form eines notariell beglaubigten Dokumentes an Diözesanbischof Wilhelm Egger übergeben. Die Anliegen wurden in diözesanen Gremien eingebracht. Es fand eine Klausurtagung des Priester- und Pastoralrates statt. Dabei wurden verschiedene Anliegen der Seelsorge und Seelsorger, sowie einige Forderungen des Kirchenvolksbegehrens besprochen. Eine Beschlußfassung darüber steht noch aus. Danach gab es noch zwei Gespräche mit dem Diözesanbischof: eines im November 1996 und eines im Juni 1997.

Weitere Ereignisse waren:

An zwei Herdenbriefen von "Wir sind Kirche" Österreich haben wir mitgearbeitet: Immer wieder nahmen wir zu kirchlichen Fragen Stellung:Wir zeigten neue Wege auf:

Wir setzen uns ein

Wir informierten regelmäßig durch die "Impulse von unten". Unsere kostenlose Zeitschrift erschien bisher 12 mal.


Was hat sich auf internationaler Ebene getan?

Nach dem erfolgreichen Kirchenvolksbegehren in Österreich und Deutschland haben in über 20 Ländern auf allen fünf Kontinenten entweder Kirchenvolksbegehren stattgefunden oder es wurden die Forderungen vorgebracht und besprochen. Wir arbeiten in der internationalen Bewegung "Wir sind Kirche" mit, um die Anliegen in der Weltkirche voranzubringen.

Ausdrücklich hinweisen möchten wir auf folgendes:


Nun laden wir Sie ein, an der Verwirklichung der Anliegen des Kirchenvolksbegehrens mitzuwirken. Jede einzelne und jeder einzelne kann:


Nur wenn viele mitmachen...

Es hat gutgetan, anläßlich 3 Jahre Kirchenvolksbegehren am Stand zu stehen. So sagten alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ich über ihre Erfahrungen anläßlich der Aktion 3 Jahre KVB befragt habe.

Ja, es war schön und hat auch mir gut getan. Wie ich verschiedene frühere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Unterschriftensammlung ums Mittun angefragt habe, bekam ich mehrere Male zur Antwort: "Es ist gut, daß ihr weiterarbeitet. Ich selber fühle mich nicht mehr danach, am Stand zu stehen. Ich habe mit der Kirche in dieser Form abgeschlossen". Ich kann das gut verstehen und habe es akzeptiert. Eine Frau fügte hinzu, die Initiativgruppe würde vielen in der Kirche Hoffnung geben.

Das klingt gut, und ich erlebe, daß uns viele Einzelpersonen und Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden ermuntern, ja weiterzumachen. Soweit ich es beurteilen kann, werden wir auch weitermachen. Jedoch ist mir auch klar geworden, daß die Anliegen ohne eine breite Unterstützung von Einzelpersonen und katholischen Verbänden nicht entscheidend voranzubringen sind. Das sollte auch all jene bewußt sein, die einer Umsetztung dieser Anliegen positiv gegenüberstehen. Die Initiativgruppe allein genügt nicht mehr. Es ist nötig, daß Einzelpersonen und Verbände das Risiko eingehen, sich öffentlich hinter verschiedene Forderungen zu stellen. Abwarten und Aussitzen der Probleme kann wohl nicht die Lösung sein, wenn wir das langfristige Wohl der Kirche im Auge haben. Niemand, auch nicht die Initiativgruppe, hat Patentrezepte für die Erneuerung der Kirche.

Ein Dialog mit allen Kräften in der Kirche wäre wohl am zielführendsten.

Wir bitten um finanzielle Unterstützung!

Ganz herzlichen Dank an alle, die die Tätigkeit der Initiativgruppe durch eine Spende unterstützt haben. Es waren viele mit großen und kleinen Spenden.

Am Ende des Jahres 1998 hat sich trotzdem ein Minus von fast 2 Millionen ergeben, bedingt vor allem durch die Impulse von unten und durch die Aktion "3 Jahre Kirchenvolksbegehren".

So bitten wir erneut um Ihre / Eure finanzielle Mithilfe, um den Fehlbetragabzudecken und um die Weiterarbeit der Initiativgruppe zu sichern. Jede Spende ist herzlich willkommen und wird als Zeichen der Solidarität und des Interesses gewertet.

Wenn Sie einen finanziellen Beitrag leisten können, verwenden Sie bitte den beiliegenden Überweisungsschein oder zahlen Sie Ihre Spende auf das Konto der Initiativgruppe bei der Südtiroler Landessparkasse Brixen M 6045 58220 147600 ein. Vergelt's Gott im voraus!