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Glanzzeiten und Not

Welche Umstände lassen das Priesterseminar aufblühen, welche in Krise?

Josef Gelmi: Zeitumstände lassen das Seminar aufblühen, bringen es auch in Krise. Gerade für die Verantwortlichen ist es wichtig dass sie imstande sind, die Zeichen der Zeit zu erkennen und zu hören, „was der Geist der Gemeinden“ (Off 2,7) verlangt.

Was könnte der Geist heute sagen?

Josef Gelmi: Allgemein kann man aus der Geschichte ableiten, dass man, wenn man bewahren will, zur Veränderung bereit sein muss.

Dolomiten, 15.11.2007


Ja zu „viri probati“

Dekan Josef Mair, der Dekan von Schlanders und zuständig für die Pfarrei Kortsch und die Außenstellen Göflan und Vetzan, macht sich Sorgen um die zukünftige Seelsorge.

Josef Mair: Wenn in 10 Jahren nur mehr ca. 80 Priester für 280 Pfarrgemeinden in der Diözese zur Verfügung sein werden, dann helfen die Strukturänderungen – wie Zusammenlegung von Pfarreien und die Bildung von großen Seelsorgseinheiten etwa in der Ausdehnung unserer zivilen Gemeinden – kaum mehr weiter. Pfarreien ohne Priester sind amputierte Gemeinden ohne Überlebenschancen, wenn dieser Zustand lange anhält.

Bischof Manfred Scheuer von Innsbruck hätte kein Problem mit der Weihe so genannter „viri probati“. Was sagen Sie dazu?

Josef Mair: Die Kirche des Anfangs war in dieser Frage wendiger. Paulus, der Völkerapostel, ließ die von ihm gegründeten Christengemeinden nie allein. Er bestellte viri probati und übertrug ihnen die Gemeinden. Dieser Weg wäre auch heute gangbar wenn Rom diesen Vorschlag der Bischöfe annehmen würde, und den Gemeinden wäre damit sehr geholfen.

Der Vinschger, 42/2007


Kirche ist nicht mit Sympathie gesegnet

Das Vertrauen der Österreicherinnen und Österreicher in öffentliche Institutionen sinkt, vor allem die Kirche ist mit wenig Sympathie gesegnet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung der Sozialwissenschaftlichen Studiengesellschaft in Wien. Die Kirche befindet sich derzeit sogar am letzten Platz der Beliebtheitsskala. Ganz oben auf der Vertrauensrangliste befinden sich die Gerichte, gefolgt von Polizei und Gewerkschaften. Von 1 bis 7 (höchstes Vertrauen) konnten die Österreicher die verschiedenen Institutionen bewerten. Hier hat die Kirche die Durchschnittsnote 3,15 erhalten und ist im Vergleich zu 2005 (3,59) hinter Printmedien und politische Parteien gerutscht. Auch der Besuch von Benedikt XVI konnte da nichts ändern: Dieser habe nur den „harten Kern“ der Österreicher bewegt, erklärte ein Vertreter der Studiengesellschaft.

Dolomiten, 29./30.12.2007


Uomini e donne sposati - Petizione australiana

La Conferenza episcopale australiana discute dell'ordinazione di uomini sposati: un'iniziativa che, sicuramente, risulterà poco gradita in Vaticano, a poco più di sei mesi dal viaggio agli antipodi di papa Benedetto XVI in occasione della Giornata Mondiale della Gioventù il prossimo luglio. Durante la loro assemblea semestrale, che si é tenuta a Sidney dal 26 al 30 novembre, i vescovi australiani hanno, infatti, inserito in agenda la petizione, lanciata dall'ex missionario del Sacro Cuore Paul Collins, per chiedere l'ordinazione di uomini sposati e delle donne con risposta alla "gravissima crisi del ministero nella Chiesa australiana".

Da quando é stata lanciata nell’agosto 07, la petizione ha raccolto quasi 17.000 firme, attraverso una capillare campagna nelle parrocchie, nelle associazioni e negli ordini religiosi, oltre che su internet, tra cui quelle di 167 preti sui 2.556 attivi in Australia. L'appello ha raccolto anche il sostegno di almeno cinque vescovi.

Adista, 15 dicembre 2007


“Islam-Religionsbücher lehren Toleranz”

Schulbücher in islamischen Ländern lehren eine tolerante Haltung gegenüber dem Christentum. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie des Religionspädagogen Johannes Lähnemann (Erlangen). Mit drei anderen Religionsforschern hat er Schulbücher aus islamisch geprägten Ländern wie der Türkei, Iran, Ägypten und Algerien untersucht und dabei festgestellt, dass religiöse Toleranz eine große Rolle spielt. Lähnemann fand heraus, dass das Christentum gemäß dem Koran prinzipiell anerkannt werde; allerdings gelte es als unvollkommene Vorläuferreligion des Islam. Auch Belastungen aus der Geschichte wie etwa die Kreuzzüge oder der Kolonialismus spielten im islamischen Religionsunterricht eine Rolle.

dpa, Dolomiten, 27./28.10.2007


Kirche in Kanada bittet um Vergebung

Für die früheren Fehler der Kirche in Kanada hat sich der Erzbischof von Quebec, Kardinal Marc Ouellet, in einem Schreiben entschuldigt. Die Engstirnigkeit einiger Katholiken vor dem Konzil hätte Antisemitismus, Rassismus, Gleichgültigkeit gegenüber Ureinwohnern und Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen gefördert, heißt es im Brief des Kardinals; diese Fehler hätten das Bild der Kirche verdunkelt. Alle Gläubigen – Priester wie Laien – sollten versuchen, Mängel und Irrtümer zu beheben, um eine Versöhnung der Gesellschaft mit ihren christlichen Wurzeln zu ermöglichen. Die Fastenzeit 2008 solle Gelegenheit sein, öffentlich Buße zu tun, führt Kardinal Ouellet aus.

Dolomiten, 1.12.2007