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Der Befall ist zum einen die detaillierte Lebensgeschichte Daniel Steinknechts, der an den Zwängen der katholischen Berufswelt scheitert und zunehmend psychisch erkrankt, zum anderen ein Stück Südtiroler Zeitgeschichte vor dem Hintergrund der politischen, sozialen und religiösen Neuerungen des 20. Jahrhunderts. In einem Eisacktaler Bergdorf geboren, besucht Daniel ein katholisches Knabeninternat und studiert Theologie in Trient. In verschiedenen Pfarreien eingesetzt wird er zusehends zermürbt, fühlt sich wie sein Namenspatron verfolgt und wird schließlich als Kaplan in ein Altersheim abgeschoben. Der Autor Konrad Rabensteiner, geb. 1940 in Villanders, wohnhaft in Bozen, spricht in seinem Roman ungeschönt von dessen Schicksal, von der Befangenheit seiner Familie und zeichnet damit das Portrait einer ganzen Generation. Edition Raetia, Bozen, 2007, 1022 S., 39 € |
Kostprobe: „Unten an der Marina Piccola wimmelte es nahezu von Badenden. Daniel dachte, dass der Pfarrer daheim bei einem solchen Anblick von Sodoma und Gomorrha gesprochen hätte. Das nackte, der Sonne dargebotene, sündige Menschenfleisch, das war das Problem. Besonders das Anschauen weiblicher Nacktheit sei nicht nur einem Seminaristen, sondern allgemein verboten und eine Sünde gegen das sechste Gebot. Er stellte sich plötzlich ein Stück Speck vor, eine entzündete Erdwunde mit vielen, vielen Maden. Und im Geiste schüttelte er sich vor Ekel.“ |