Anlaufstelle für Missbrauchopfer nötig
Ich finde es immer sehr traurig, wenn bei Kindesmissbrauch durch Priester das Ansehen der Kirche im Vordergrund der Bemühungen steht. Der seelsorgerische Einsatz der Kirchenleitung sollte sich wohl um die Heilung von Opfern und Tätern drehen. Menschen, die als Kinder sexuell missbraucht wurden, leiden oft ihr Leben lang schwer unter den Folgen. Ich fände es richtig, wenn auch bei uns eine Anlaufstelle für Missbrauchopfer durch Priester errichtet würde. Die notwendige Therapie sollte die Kirche den Opfern bezahlen. Aber auch die Täter brauchen therapeutische Hilfe. Pädophile Menschen sind seelisch kranke Menschen. In ihrer Entwicklung ist etwas schief gelaufen. Oft wurden sie als Kinder selbst missbraucht. Da Pädophilie bei katholischen Kirchenleuten, laut einer in den USA durchgeführten Studie, wesentlich öfter vorkommt als bei anderen Konfessionen, ist hier wohl auch der Pflichtzölibat ein Grund.
Es sollten deshalb Schritte zur Freistellung desselben unternommen werden (viri probati).
Emma Federer Stecher, Prad
Ein etwas anderer Sonntagsausflug
Der Europa Besinnungsweg von St. Cyrill bei Brixen
Am letzten Sonntag im Juli, oberhalb des Kinderdorfes in Brixen, war der Treffpunkt zu diesem etwas anderen Spaziergang geplant. Am frühen Nachmittag traf sich eine bunt gemischte Gruppe Menschen, Familien mit großen und kleinen Kindern, verschiedene jüngere aber auch ältere Frauen und Männer, die gemeinsam den etwas steilen Anstieg durch einen schönen Wald bis zum Kirchlein St. Cyrill wanderten.
Der Besinnungsweg entstand 1993 durch das Errichten von acht Besinnungspunkten, kleinen Bildstöcken, aus denen 23 Heilige aus 18 Ländern, dargestellt auf Bronzereliefs, auf den Wanderer herab grüßen. Sie wollen darauf hinweisen, dass „Europa mehr ist, als ein großer Marktplatt und dass die Heiligen bei der Einigung unseres Kontinents auch heute noch viel zu sagen haben“ (Begleitbuch).
Robert und manche TeilnehmerInnen schilderten in sehr anregender Weise bei jedem Besinnungspunkt Wissenswertes aus dem Leben der angeführten Heiligen. Das erste Relief zeigt Maria, die Schutzmantel-Madonna und im Hintergrund die Umrisse von Europa. So bildet die Königin der Heiligen den Auftakt zu diesem Weg. Jeder der nachfolgenden sieben Besinnungspunkte zeigt Heilige in Bezug auf das jeweilige europäische Land und auf ein gemeinsames Thema, so: Europa – Evangelisierung – Gerechtigkeit - Bewahrung der Schöpfung - Caritas / Nächstenliebe – Familie - Diözese Bozen-Brixen.
In der Kirche von St. Cyrill, 1293 erstmals urkundlich erwähnt, wurde eine gemeinsame Andacht gefeiert, wobei jung und alt sehr wohl spürten, dass dies ein Ort der Kraft und des andachtvollen Gebetes war.
Beim Rückweg und der anschließenden Einkehr bei Robert und Marta in Tschötsch gab es bei Kaffe und Kuchen noch intensive Gespräche zu Frieden und Einigkeit in Europa, aber wohl der ganzen Welt. Ein herzlicher Dank an Robert und seine Frau Marta und an alle Teilnehmenden für den inhaltlich sehr schönen Nachmittag!
Gertrud Gänsbacher Calenzani