Tao Living – Der Esel

Eines Tages, im alten China, erhielten die Menschen eines Dorfes vom örtlichen Verwalter den Befehl, einen Schrein für den König zu errichten. Wenn Sie die Frist einhielten, würde er sie stattlich belohnen.

An der für den Schrein vorgesehenen Stelle lag ein Brunnen, den sie erst auffüllen mussten, bevor die Bauarbeiten beginnen konnten. Sie holten einen Esel, um Haufen von Sand und Schlamm für diesen Zweck zu transportieren.

Es geschah ein Unfall. Der Esel geriet zu nah an den offen gelegten Brunnen, verlor das Gleichgewicht und fiel hinein. Die Dorfbewohner versuchten ihn wieder hinauszuheben, schafften es aber nicht. Nach vielen Fehlversuchen wurde ihnen klar, dass es zu lange dauern würde ihn zu retten.
Mit der gesetzten Frist im Kopf entschieden die Dorfbewohner, den Esel zu opfern. Sie fuhren fort, Sand und Schlamm in den Brunnen zu schaufeln. Sie dachten, sie hätten keine Wahl als ihn lebendig zu begraben.

Als der Esel merkte, was sie taten, begann er erbärmlich zu klagen. Die Dorfbewohner hörten ihn zwar,  ignorierten aber sein Klagen. Der Esel war im Vergleich mit der Belohnung, die sie bekommen würden nicht viel wert, daher schaufelten sie weiter.

Nach einer Weile hörte das Klagen auf. Die Dorfbewohner wunderten sich darüber. War der Esel schon tot? Oder hatte er einfach aufgegeben? Was war da los?
Neugierig schauten sie in den Brunnen. Ein überraschender Anblick begrüßte sie: Der Esel lebte und war wohl auf. Als Sand und Schlamm auf ihn nieder geregnet waren, schüttelte er ihn ab und stampfte darauf herum, bis er unter ihm dicht zusammengedrückt war. So baute er sich einen stabilen Boden, der ihn jedes Mal ein bisschen höher brachte.

Irgendwann war der Esel im Brunnen hoch genug gekommen. Mit einem kräftigen Satz sprang er hinaus. Verwundert blickten die Dorfbewohner ihm nach, als er mit hoch erhobenem Haupt hinweg trottete.

Derek Lin, übersetzt von Jens-Wolfhard Schicke


Preghiera degli asini

Dacci, Signore, di mantenere i piedi sulla terra
e le orecchie drizzate verso il cielo, per non perdere nulla della tua Parola.
 
Dacci, Signore, una schiena coraggiosa,
per sopportare gli essere umani più insopportabili.
 
Dacci, Signore, di camminare diritti, disprezzando
le carezze adulatorie così come le frustate.
 
Dacci, Signore, di essere sordi alle ingiurie, all'ingratitudine,
è la sola sordità cui aspiriamo.
 
Non ti chiediamo di farci evitare le sciocchezze,
perché un asino farà sempre delle asinerie.
 
Dacci, Signore, di non disperare mai della tua misericordia
così gratuita per quegli asini così disgraziati che siamo,
a quanto dicono gli essere umani.
 
Tu che sei fuggito in Egitto con uno dei nostri fratelli
e che hai fatto il tuo ingresso profetico a Gerusalemme
sulla schiena di un asino.

Anonimo (Pubblicato da Tempi di Fraternità)