Warum nicht eine Patientenverfügung?

Haltung der Kirchenleitung unverständlich

Während Piergiorgio Welby litt und dahinsiechte, wuschen sich die Politiker die Hände in Unschuld, kündigten aber die Verabschiedung eines Gesetzes an, mit dem die so genannte Patientenverfügung eingeführt werden solle. Nun wird das Gesetz in der zuständigen Senatskommission diskutiert. Schon kommt ein Veto aus dem Vatikan: Eine gesetzliche Patientenverfügung sei nichts anderes als die Vorstufe zur Euthanasie und somit für alle Christenmenschen abzulehnen. Nun gehöre ich nicht zu denen, die der Kirche das Recht absprechen, sich zu allen politischen Themen zu äußern, vor allem wenn es sich um ethische Themen handelt, im Gegenteil. Um die Verabschiedung eines Gesetzes zur Legalisierung eheähnlicher Lebensgemeinschaften zu verhindern, mobilisiert die Kirche alle ihre Energien, übt Druck auf Politik und Gesellschaft aus, betreibt Lobbying und tut so, als wären die paar Homos, die postalisch erklären zusammenleben zu wollen, die Totengräber der christlichen Familie und des christlichen Abendlandes. Mah. Sosehr ich die Aufregung um die DICO nachvollziehen kann, die aber in gefährliche Homophobie ausarten kann, so wenig kann ich das Veto gegen die Patientenverfügung verstehen. Wozu dient sie genau? Ist ein Schwerkranker bei Bewusstsein, kann der Patient selbst über die Fortsetzung oder aber den Abbruch einer Behandlung entscheiden; der Arzt ist an den tatsächlichen Patientenwillen gebunden. Im Falle tiefer Bewusstlosigkeit hingegen gilt es, den mutmaßlichen Patientenwillen festzustellen. Patentverfügungen können das erleichtern. Wenn ich heute bei vollem Verstande zu Protokoll gebe, dass an mir keine lebensverlängernden Maßnahmen vorgenommen werden sollen, wenn nach bestem ärztlichen Wissen und Gewissen festgestellt wird, dass jede lebenserhaltende Maßnahme ohne Aussicht auf Besserung ist und mein Sterben nur verlängerte, dass man sich in diesem Falle auf Linderung der Schmerzen beschränken soll, selbst wenn durch die notwendige Schmerztherapie eine Lebensverkürzung nicht auszuschließen ist, dann, glaube ich, helfe ich dem Arzt, der mich zu behandeln hat. Was soll daran so schrecklich sein?

Arnold Tribus, Tageszeitung, 7./8.4.2007, S. 2


Funerali di Piergiorgio Welby

I familiari di Welby alla Comunità di San Paolo fuori le mura a Roma. Tutta la famiglia Welby ospite il 7 gennaio della Comunità di base di San Paolo, per ricordare Piergiorgio e per esprimere riconoscenza alle Comunità di Base ed ai cristiani di base che hanno sostenuto la sua battaglia e che hanno pubblicamente censurato il rifiuto opposto dalla gerarchia catto1ica al dolore di una persona: e stata soprattutto la madre di Piergiorgio Welby, Luciana, a raccontare il proprio sgomento e la propria rabbia per essere stata respinta - lei catto1ica - dalla propria parrocchia al momento di dire addio al proprio fig1io. L'ha accolta invece, assieme alla moglie Mina e alla sorella Carla, la Comunità di San Paolo, con una semp1ice eucaristia a cui ha partecipato anche Giovanni Franzoni
Adista, 20 gennaio 2007

Mina Welby, vedova di Piergiorgio Welby, ha risposto a Ruini con parole molto dure (intervista a Repubblica del 23/1): “Il cardinal Ruini non l‘ha proprio capito mio marito. E io questa Chiesa che celebra in pompa magna i funerali di Pinochet accusato di tanti omicidi e li nega al mio Piero che voleva solo smettere di soffrire, non la comprendo. Mi sembra distante, sempre più lontana dalle parole di Gesù. Dogmatica e poco caritatevole, se non fosse per le parole del cardinal Martini che ha capito i problemi di chi è malato e soffre”.

Adista, 3 febbraio 2007