Die Gleichberechtigung oder die Waffen der Frauen

Ich sitze in der Klasse, noch im morgendlichen Halbschlaf, die Professorin verteilt die Bögen für die Klassenarbeit. Sie erklärt die Themen, gibt ein paar Hinweise, fährt sich durch die Haare und sagt uns noch schnell (der beste Hinweis von allen und meine unerschöpfliche Inspiration für vier Stunden), dass wir alles Machos seien. Oh ja, neben Winkelfunktionen und Filterberechnungen lernt man noch ganz andere interessante Dinge in der Schule. Mein von drei Schwestern und einer feministischen Mutter geprägtes Ego rutscht von „frauenfreundlicher, aufgeschlossener Typ“ in den Keller und macht es sich neben „Möchte-gern-alternatives Männerschwein“ gemütlich, flankiert von „ich schlage Frauen“ und „CIFI - ist das der Neue von Toyota?“ Aber was soll ich sagen, sie hat ja Recht.

Wir Männer sind die verwöhnteste, egoistischste Lebensform, die je auf diesem Planeten in die Welt gesetzt wurde. Wir haben es im Laufe der Zeit geschafft, alles zu unserem Vorteil zu drehen und - was unsere Meisterleistung war - wir haben es sogar geschafft, die Frauen glauben zu lassen, dies sei der normale, gottgewollte Zustand (an dieser Stelle einen Dank an die Kirche, ihr wart die Besten!). Und wir haben uns Zeit gelassen dabei, ein paar tausend Jahre, Schritt für Schritt haben wir das Ungleichgewicht der Geschlechter gedüngt, gepflegt, in Form geschnitten und die Frauen sogar dazu gebracht uns zu helfen, ja sogar diese Arbeit haben wir uns abnehmen lassen. So soll es bleiben, haben wir uns gedacht. Doch was höre ich an einem Nachmittag in einer Bar? Ich warte auf meine Schwester - am Nebentisch drei Frauen um die 30, ein Kinderwagen wird gewiegt. Revolutionäre Gedanken! Mein Puls steigt, ich höre gespannt zu. „Also meiner, der muss jetzt jeden Sonntag den Abwasch machen, so habe ich auch einmal frei!“ Ich frage mich, wer an diesen Sonntagen wohl kochen und sich um das Baby kümmern wird. Wie lange wird die Frau ihren Mann wohl an seine Bratpfannenpflichten erinnern müssen?

In dem Moment wird mir einmal mehr klar: „Liebe Frauen, so wird das nichts mit der Gleichberechtigung! Ihr wollt euch doch nicht noch ein paar tausend Jahre herumschieben lassen? Es ist Zeit, tief, sehr tief in die Trickkiste zu greifen und die radikalen, aber effektiven Mittel auszupacken". Was soll das naive, mädchenhafte Getue? Ihr macht mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung aus, ihr habt die Macht, Kinder in die Welt zu setzen, in euren Händen liegt das Schicksal eines Volkes! Doch was macht ihr mit dieser Macht? Ihr haut sie zusammen mit ein paar geschnittenen Karotten und Peperoni zum Braten in den Römertopf, rein ins Rohr, immer fleißig aufgießen. Lasst sie einkochen oder verdampfen und setzt sie dann euren verhätschelten Männern vor.

Andreas Lageder, 18 Jahre, schrieb diesen Artikel im Rahmen einer Klassenarbeit in der
Gewerbeoberschule Bozen. Aus: Eres FRAUENINFO-DONNE, Nr. 3/2004


Warum Priesterinnen für die Frauenorden so wichtig sind

„Während unserer Versammlungen, Kapitel und Treffen holen wir Orden einen Priester allein für die Eucharistiefeier zu uns. Ich wünsche mir so oft, dass es eine von uns tun könnte. Er kommt dazu als der einzige Mann, er weiß nichts davon, was wir gerade gemacht haben und es entsteht eine künstliche Situation. Um wie viel besser wäre es, wenn wir Frauen ganz einfach Eucharistie zusammen feiern könnten. Warum muss eine Gruppe von Frauen einen männlichen Priester finden, nur damit er in der Frauengruppe die Führung übernimmt?“ Patrizia Fresen

Den Frauen die Ordination zu verweigern ist eine Sünde. Es ist ein Verstoß gegen die grundlegenden Menschenrechte. Ordensfrauen müssen sich vom Diktat der römisch-katholischen Kirche befreien. Als Führungspersonen innerhalb der Kirche müssen sie FÜR die Rechte der Frauen Partei ergreifen. Die Unterdrückung der Frau durch die Kirchenleitung kann nicht länger hingenommen werden. Seit Jahrhunderten werden Frauen durch die Kirche niedergebeugt. Das muss enden. Frauenorden dürfen nicht länger „die gehorsamen Töchter der Mutter Kirche“ sein, sondern sie müssen eine prophetische Position für die Rechte der Frauen in der römisch-katholischen Kirche einnehmen.

Auszug aus der Newsletter 10/2003 der Gruppe
„Weiheämter für Frauen“, Oberösterreich