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Der von Rom gemaßregelte Schweizer Theologe Prof. Dr. Josef Imbach schilderte bei der Bundesversammlung von „Wir sind Kirche“ Deutschland Ende Oktober 2005 in einem eindrucksvollen Referat die Kirchengeschichte als Krisengeschichte. Die Frage sei aber nicht, wie es zu Krisen kam, sondern warum es häufig nicht gelang, Kirchenkrisen fruchtbar zu bewältigen. „Mit Blick auf die Kirchengeschichte stellen wir schnell fest, dass viele theologische Fragen letztlich auf Machtfragen hinauslaufen“, so das Fazit von Imbach. Weder Dogma noch Doktrin dürften an erster Stelle stehen, wenn die römische Kirche eine Zukunft haben solle.
Papst fordert neue Abrüstungsinitiative
Papst Benedikt XVI. hat die internationale Gemeinschaft zu einer neuen Abrüstungsinitiative aufgerufen. Mit "Mut und Weisheit" müsse die Abrüstung propagiert werden, so der Papst in einer Botschaft zum Weltfriedenstag der katholischen Kirche am 1. Januar.
Ausdrücklich betont das katholische Kirchenoberhaupt "das Recht auf Frieden, das jedem Menschen und jedem Volk zusteht". Zugleich verurteilt Benedikt XVI. die steigenden Militärausgaben sowie den Terrorismus. In seiner Botschaft zum Weltfriedenstag forderte der Papst die Staaten dazu auf, auch im Krieg die Menschenrechte zu respektieren. Krieg dürfe keine Entschuldigung für die Missachtung der Menschenrechte sein. Vielmehr drücke sich in ihnen Wahrheit aus und daher sei es die Pflicht aller Völker, sie auch mitten in einem Krieg zu respektieren.
ORF News, 13.12.05
Allgemeines Priestertum sträflich vernachlässigt
Abt Georg Untergaßmair vom Kloster Neustift hob in seiner Predigt zur hl. Messe anlässlich des Patroziniums der Pfarrei Milland das allgemeine Priestertum aller Getauften hervor, dieses gelte es heute zu betonen, nicht zuletzt wegen des zunehmenden Priestermangels. Wie der Abt sagte, sollten die Katholiken sich mehr auf das Laienpriestertum besinnen, auf den Auftrag aller Getauften, als Vermittler für die Verbreitung des Evangeliums und des Glaubens zu wirken. Im Gegensatz zu den evangelischen Christen werde das allgemeine Priestertum aller Getauften bei den Katholiken sträflich vernachlässigt, so Abt Untergaßmair.
„Wir katholische Christen müssten viel bewusster das Priestertum der Eheleute und Familien, und der Pfarrgemeinden ausüben und leben. Der religiöse Dienst am Mitmenschen sollte von allen erfahren und gelebt werden als etwas, das Alle angeht“, so Abt Untergaßmair. Die Kluft zwischen Laien- und Priestertum wäre dann nicht mehr so groß, wie sie heute vielfach empfunden wird.
Milland Informationsblatt, März 2006, S.5
Johanna Haberer, evangelische Theologin und Professorin für christliche Publizistik, hat anlässlich der Fußballweltmeisterschaft im Juni in Deutschland festgestellt: „Fußball inszeniert sich als Religion.“ Beide verbinde der Hang zu Liturgie und Ritualisierung des Alltags. Außerdem mache sich der Fußball eigene Götter. Haberer erinnerte an die „quasireligiöse“ Darstellung von Torwart Oliver Kahn in der Bild-Zeitung bei der Fußball-WM 2002. Bild habe Kahns Hand in Originalgröße abgebildet und die Leser aufgefordert, die eigene Hand in die des Torhüters zu legen, wenn die Nationalhymne erklinge.
Publik-Forum, Nr. 4, 24.02.2006
Man kann über die gesetzliche Regelung der Partnerschaften denken was man will, ich persönlich finde, dass das Thema maßlos übertrieben wird, schließlich ist eine kleine Minderheit von Bürgerinnen und Bürgern davon betroffen, umso mehr müsste es Anliegen und ehrenvolle Pflicht eines demokratischen Staates sein, auch dieser Minderheit ihre Rechte zuzuerkennen. Warum sollen Paare, die nicht heiraten wollen, nicht auch in den Genuss einiger Bürgerrechte kommen?
Aber das Problem sind ja die Homosexuellen, damit tut man sich immer noch schwer in diesem Land der Doppelmoral. Schon das Wort „homosexuell“ oder „schwul“ wird nicht gerne ausgesprochen, dass die dann auch noch Rechte einfordern, geht den meisten zu weit. Es fehlt uns in Italien und in Südtirol ein lockerer, ja ich möchte sagen „normaler“ Umgang mit der Homosexualität. In der Frage der Pacs (Gleichgeschlechtliche Partnerschaften) sollte jeder nach seinem Gewissen handeln.
Arnold Tribus, Tageszeitung, 14.3.2006
Hat der Nikolaus der Hierarchie die ICI-Befreiung gebracht oder war der Krampus im Spiel? Bisher war es so, dass Kirche und Widum von der ICI befreit waren; für die Felder und Wälder zahlt die Pfarrgemeinde wie andere Besitzer, was wir gerecht fanden. Dass aber in Zukunft die „casa per ferie“ im Kloster keine ICI zahlen soll, ist ungerecht. Was haben Pontius Pilatus und die Hohen Priester wieder einmal ausgehandelt?
Hans Oberhammer, Pfarrer von Taisten,
Tageszeitung 10./11.12.2005