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Kirche und Glaube bei Jugendlichen in Südtirol
Anlässlich des Treffens der Generationen auf der Haselburg bei Bozen verwies SKJ-Landesleiterin Veronika Veit „auf die ‚nicht rosigen Zeiten’ für die kirchliche Jugendverbandsarbeit und verhehlte nicht, dass die katholische Kirche bei Jugendlichen ein Imageproblem habe und darunter auch die SKJ als Jugendbewegung der Kirche leide.“ Während Vertreter der älteren Generation erklärten, dass früher der Begriff ‚Katholizismus’ ausschließlich positiv besetzt gewesen sei, gaben die jüngeren Diskussionsteilnehmer zu bedenken, „dass Jugendliche heute kaum Probleme mit den Begriffen ‚Glaube’ und ‚Christentum’ hätten, wohl aber mit den Begriffen ‚Kirche’ und ‚katholisch’“.
Dolomiten, 6./7.11.2004
Im vergangenen Jahr wurde auf Betreiben des Pfarrgemeinderates von Pflersch der Pfarrgasthof saniert. So wurde das Fortbestehen gesichert. Der Pfarrgasthof in Pflersch ist der einzige dieser Art in Gesamttirol.
Dolomiten, 30.3.2004
Küng feierte goldenes Priesterjubiläum
Der Tübinger Theologe Hans Küng feierte im Dezember 2004 im Stuttgarter Eberhardsdom sein goldenes Priesterjubiläum. In seiner Predigt dankte er allen, die ihn auch in schwierigen Zeiten nicht fallen ließen und sprach sich für weit reichende Reformen in der katholischen Kirche aus. Er entwarf einPriesterbild, wie es nach seiner Auffassung dem Neuen Testament entspräche und trat für die Priester-weihe von Frauen ein. „Die Gemeinden des Paulus wären ohne Frauen in leitenden Positionen gar nicht denkbar gewesen“ unterstrich er in seinen Ausführungen.
o.k. offene Kirche, 12 / Dezember 2004, S. 1
Fünf Himmelsrichtungen im ökumenischen Kaffeehaus
In Budapest wurde das erste „ökumenische Kaffeehaus“ eröffnet. Der Name „Die fünf Himmels-richtungen“ - Norden für Protestanten, Süden für Katholiken, Osten für die Orthodoxen, Westen für Anglikaner - und „nach oben“ für Gott ist zugleich Programm. Neben dem kulinarischen Angebot gibt es auch Konzerte, Ausstellungen, Pressekonferenzen, einen Kreativklub, einen Tanzklub und einen Bibelkreis. Auf den Tischen liegt die Bibel, Internetnutzung ist für Gäste frei.o.k. offene Kirche, 12 / Dezember 2004, S. 1
Anarchistische Verselbständigung möglich
Helmut Schüller, der ehemalige Generalvikar von Wien, jetzt Pfarrer und Kirchenvolksanwalt für Opfer sexuellen Missbrauchs, erklärte im ORF „Journal zu Gast“ vom 22.1.05, der Grund für die Kirchenaustritte sei die Art, wie die Kirchenleitung mit Skandalen umgehe. Man handle erst dann, wenn man müsse, wie bei der Affäre in St. Pölten. Die Dinge würden klein geredet. Es bestehe „Reformstau“. Sollte die Kirchenleitung weiter mit brennenden Problemen so umgehen wie jetzt, fürchte er einen massiven Autoritätsver-lust, der geradezu eine „anarchi-stische Verselbständigung der Basis“ auslösen könnte. Vielleicht entstehe dann erst aus dem Chaos Neues.
ORF 1, Teletext vom 22.1.05
P.S. Wären in unserer Diözese Kirchenaustritte relevant, würde sich vermutlich dasselbe Bild wie in Österreich zeigen. Robert Hochgruber
China hält Rekord bei Hinrichtungen
China hält weiter den Negativ-Rekord der meisten Hinrichtungen weltweit. Laut einer Statistik der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) fanden von mindestens 3.797 Hinrichtungen weltweit im vergangenen Jahr 3.400 in China statt. Danach folgten der Iran mit 159 Exekutionen, Vietnam mit 64 und die USA mit 59 Hinrichtungen. Weltweit wurden zudem im vergangenen Jahr mindestens 7.395 Menschen zum Tode verurteilt. Ai geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Hinrichtungen sowie der Todesurteile wesentlich höher ist, da die Todesstrafe in vielen Ländern unter Geheimhaltung angewendet wird. Die Zahl von 3.400 Hinrichtungen in China hat die Menschenrechtsorganisation nach eigenen Angaben auf Grundlage von Internetberichten über Hinrichtungen berechnet. Ai begrüßte es, dass mit der Türkei, Griechenland, dem Senegal, Bhutan und Samoa im vergangenen Jahr fünf Länder die Todesstrafe abgeschafft haben. In den USA verbot der Oberste Gerichtshof im März 2005 die Todesstrafe für minderjährige Täter. Der Irak und Sri Lanka vollstrecken allerdings erneut die Todesstrafe. Insgesamt halten noch 76 Länder an dieser Form der Strafe fest, 120 haben sie im Gesetz oder in der Praxis abgeschafft.
Tageszeitung, 6.4.2005, S. 8
Geliehen ist viel besser als geschenkt
In der Entwicklungshilfe zeigen geliehene Gelder mehr Wirkung als geschenkte Beiträge. Kleinstkredite, mit denen sich Arme in Entwicklungsländern eine Existenz als Handwerker oder Kleinunternehmer aufbauen können, haben sich bewährt. Für nachhaltige Armutsbekämpfung sei der Zugang zu Krediten unabdingbar, erklärte der Kölner Wirtschaftswissenschaftler Hans-Dieter Seibel bei einer Anhörung des deutschen Bundestagsausschusses für Entwicklung in Berlin. Allein in Indien gebe es rund 1,3 Millionen Selbsthilfegruppen, die Kleinkredite vergeben. Sie zählen rund 20 Millionen Mitglieder, hinter denen wiederum 100 Millionen Familienmitglieder stehen. 2005 ist von der UNO übrigens als „Jahr der Kleinstkredite“ ausgerufen worden.
Dolomiten, 19.20.3.2005
P.S.: Investieren in Gerechtigkeit ist das Motto der ökumenischen Entwicklungsgenossenschaft Oikocredit, die neben einzelnen Banken (Ethical Banking) Finanzmittel aus Südtirol für Kleinkredite bereitstellt.
Adresse: Oikocredit, Saltnerweg 28, 39052 Kaltern