Büchervorstellung

FRAUEN  LEBEN in der Kirche

Und sie erhob ihre Stimme

Ein Predigtlesebuch

In diesem Buch sind keine Predigten aus „feministischen„ Gottesdiensten oder besonderen Messfeiern gesammelt, sondern es sind Predigten von einfachen Frauen, gehalten in normalen Gemeinden an verschiedenen Sonn– und Feiertagen des Kirchenjahres. Sie legen die Bibel aus: nicht nur als ausgebildete Theologinnen, sondern auch als Hausfrauen und Mütter, Ehefrauen und Berufstätige, die täglich den Spagat zwischen Kindern, Ehemann, Haushalt und Beruf schaffen (oder unter großen Anstrengungen versuchen, dies zu tun). Sie erzählen aus ihrer Lebenswelt: von Blumen und Unkraut in ihrem Garten, vom Zwetschken einkochen, von Schwangerschaft und Geburt, von Kindern und Enkelkindern. Sie erzählen von Gott, der unser Vater aber viel mehr noch unsere Mutter ist. Sie nehmen sich der vielen namenlosen Frauen in der Bibel an und geben ihnen Stimme und den ihnen gebührenden Platz. Immer aber verkünden sie eine Frohe Botschaft von Gott, der für uns das Leben in Fülle und ewiges Heil will.

Verurteilt zum Dienen?

Die Zuneigung vieler Frauen zur Kirche ist müde geworden – mit Durchhalteparolen und Appellen an die Geduld der Frauen ist es heute nicht mehr getan. Wenn die Kirche nicht auch noch die Frauen verlieren will, müssen deren Repräsentanten endlich den Mut aufbringen, offen und ohne vorgefasste Meinung den Frauen zuzuhören, wenn sie von ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst sprechen. Die Zeit, in der ausschließlich Männer definieren, wie frau zu sein hat, ist endgültig vorbei. Nicht zuletzt wird die Glaubwürdigkeit der Kirche heute daran gemessen, wie sie in den eigenen Reihen all das umsetzt, was sie von der Welt fordert. Die Unterdrückung von Frauen durch manche politischen Machthaber anzuprangern, klingt hohl, solange innerhalb der Kirche Gesetze gelten, durch die Frauen zu Menschen zweiter Klasse erklärt und auf Grund ihres Geschlechts als unfähig zum Weiheamt definiert werden. In sehr persönlichen Berichten und mit Blick auf ungezählte Frauen aus biblischer Zeit bis heute zeigt die Autorin, wie notwendig, aber auch wie schwer es ist, männlich dominierte Bilder und Denkweisen hinter sich zu lassen und Frauen zu entdecken, die durch ihr Leben und Wirken die Kirchengeschichte geprägt haben.

Und sie erhob ihre Stimme

Andrea Mayerhofer (Hrsg.), Ingrid Thurner u.a.

Pedit Verlag, 185 S., ca. 32.000 Lire.

Verurteilt  zum  Dienen?

FRAUEN  LEBEN  in  der  KIRCHE

Mit Zeichnungen von Johanna Ignjatovic

Verlag STYRIA, 200 S., Lire 34.500.-

 

"ES WAR EINMAL...!" Vor fünf Jahren startete das Österreichische Kirchenvolks-Begehren. 500.000 Unterschriften und weltweite Nachahmung bedeuteten einen Schritt in die Zukunft. Die Kirche sollte in der Gegenwart leben und in die Zukunft schauen, - statt aus der Gegenwart zu fliehen und in die Antike zu starren Aber leider zogen die Bischöfe und der Papst nicht mit ihren Gläubigen mit. Es herrscht Grabesstille in der Kirchenöffentlichkeit. Ganz wie am Karsamstagmorgen. Wird die Kirche zur begeisterten Sekte? Zum Psychodrama aus dem Religionsmuseum? Müssen Christen im Spagat in den Kirchen stehen, um noch mit Rom und ihrem Leben zurechtzukommen?

"ES WIRD WIEDERUM WERDEN!" meint dieses "Handbuch für das die Kirche begehrende Volk". Weil die Wahrheit der fünf Forderungen zu stark ist. Weil man zwar "Aus!" und "Ruhe" verordnen kann, aber damit nur einen Schwelbrand auslöst, der eines Tages alle resignierenden Christen wieder entflammen wird. Das glaubt der Verfasser und liefert Punkt für Punkt Analysen, Informationen und Deutungen. Die 24 Zeichnungen von  Johann  Pumhösl  sprechen für sich.  Sie  muss  man nicht einmal lesen –  anschauen genügt.

Richard Picker: DER HEILIGE SPAGAT   Handbuch für das die Kirche begehrende Volk. Mit 24 Zeichnungen von Johann Pumhösl  VA BENE Verlag, Wien - Klosterneuburg, 250 Seiten, Lire 39.000.

P.S.: Richard Picker ist in Südtirol als Referent beim Diözesanforum 1998 und im Bildungshaus Lichtenstern bekannt.