Blitzlichter aus der Weltkirche
Auf... gelesen
|
Sexualmoral
in Polen 93
% der Polen bezeichnen sich zwar als Christen, haben aber ein selektives
Verhältnis zur Lehre der Kirche, besonders der Sexualmoral. Das geht
aus dem jüngsten Bericht des Stat. Institutes der Kath. Kirche hervor.
75 % haben nichts gegen empfängnisverhütende Mittel einzuwenden, 68 %
nichts gegen vorehelichen Geschlechtsverkehr. Nur 41 % glauben an die Hölle
als "Ort ewiger Pein. 55 % der Polen besuchen die Sonntagsmesse. Imprimatur 1/2001 S. 38 |
Hollands
Priester normalisieren
Einstellung
zu Homosexuellen Eine
Mehrheit der katholischen Priester in den Niederlanden ist bereit,
homosexuelle Paare zu trauen. Das geht aus einer Umfrage der Gay-Zeitung
hervor. 99,71 Prozent der Priester sagten weiter, Schwule und Lesben
seien in den Kirchen willkommen. 95 % sind der Auffassung, dass
Homosexuelle zur Kommunion gehen dürfen.
Kardinal
Adrianus Simonis, Oberhaupt der niederländischen Katholiken, wies in
einem Interview auf die restriktive Lehre der kath. Kirche hin, begrüßte
aber, dass die "Stigmatisierung von Homosexuellen
verschwindet". Er akzeptiere die "registrierte
Partnerschaft" Homosexueller, die vor drei Jahren eingeführt
wurde, wehre sich aber dagegen, sie „Ehe„ zu nennen.
Imprimatur 1/2001 S. 38
|
|
Alles
katholisch ...
Es hängt nun wahrlich nicht von Bauten ab, wie dieses Land heute oder
in hundert Jahren geprägt ist. Fünfzig Moscheen machen das Land nicht
islamisch, ebenso wie tausend Kirchen das Land Tirol um keinen Deut
katholischer oder gar heiliger machen. Darüber entscheiden einzig und
allein die Menschen, die in diesen Gebetsstätten zusammenkommen, dort
ihren Glauben bekennen, diesen in den Alltag hinaus tragen und damit die
Gesellschaft prägen. An diesem Punkt hätte unser Land mehr Grund zur
Sorge: Was zerstören jene in Schöpfung und Mitmenschen, die überhaupt
keine Gebetsstätte mehr brauchen, ohne Gott und Moral drauflos
werkeln!“ Martin Lercher Zett vom 5.10.2000 |
Bischof
Kamphaus beruft sich auf das Gewissen Der Limburger Bischof Franz Kamphaus hat sich – als einziger Bischof seines Landes – nicht dem römischen Druck gebeugt und beschlossen, mit seiner Diözese bis auf weiteres im System der gesetzlichen Schwangerschafts-Konfliktberatung zu blieben. Für ihn sei die Gemeinschaft mit dem Papst selbstverständlich; sie werde auch nicht durch eine Entscheidung, die ihm eine „letzte Instanz„, nämlich sein Gewissen, gebiete, in Frage gestellt, betonte der Bischof. Der Vatikan hat zugestimmt, dass die Diözese Limburg für ein Jahr die bisherige Praxis der Schwangerschaftsberatung beibehalten darf. Kirche Intern 1 und 2/2001 |
|
Kaspar
für mehr Eigenverantwortung der Ortsbischöfe Der
deutsche Kurienbischof Walter Kaspar tritt für einen
„verantwortlichen Spielraum
der Ortsbischöfe bei der Anwendung universal kirchlicher Gesetze„
ein. In einer „freundschaftlichen Auseinandersetzung„ mit Kardinal
Ratzinger warnte der Sekretär des päpstlichen Rates für die Einheit
der Christen vor Spaltungstendenzen in der katholischen Kirche. Viele
Katholiken – so Kaspar – könnten „manche universalkirchliche
Regelung nicht mehr verstehen und setzten sich darüber hinweg„,
mitunter könne man „fast von einem mentalen oder praktischen Schisma
sprechen„. Als Beispiel führte Kaspar den nach römischer Regelung
unzulässigen Kommunionempfang wiederverheirateter Geschiedener und die
Praxis eucharistischer Gastfreundschaft mit anderen christlichen
Konfessionen an. Hartes Durchgreifen, wie es gelegentlich erwartet
werde, erreiche in vielen Fällen nichts „oder eher das Gegenteil„.
Eine Lösung sei nur durch einen entsprechenden Spielraum des
Ortsbischofs möglich, der die Einheit sowohl mit der Weltkirche als
auch in seiner Ortskirche zu wahren habe.
Kirche Intern 1/2001 |
Kirchenvolksbegehren
in Peru ? Das
lebendige Bewusstsein, dass wir, die
am Glauben und am Geiste Jesu orientieren, insgesamt Kirche sind,
erforderte, wie es sich in Österreich und in der Schweiz zeigte, einen
Missgriff der obersten Kirchenleitung. Wer sich über das
Kirchenvolksbegehren hinwegsetzt, muss sich gefallen lassen, dass dieses
entsprechend reagiert. In Peru stehen wir gegenwärtig vor einer ähnlichen Lage: Vor und nach der Ernennung des Erzbischofs von Lima, Luis Cipriani, zum Kardinal, drückte ein großer Teil der katholischen Bevölkerung offen ihren Widerstand dagegen aus. Cipriani ist bekannt durch seine persönliche Freundschaft mit dem geflüchteten Ex - Präsidenten Alberto Fujimori, durch seine Nachsicht gegenüber den Ausschreitungen paramilitärischer Horden während seiner Amtszeit als Bischof in Ayacucho, durch seine abfälligen Bemerkungen gegen nationale und internationale Organisationen für Menschenrechte, sowie wegen seiner Befürwortung der Todesstrafe. |