Unter dem Titel "Fragen an den H. Bischof steht im Protokoll der Sitzung des Priesterrates vom 23.9.1999: "Warum eine Personalveränderung im Verwaltungsamt zu diesem Zeitpunkt und warum ein Priester?
Der Herr Bischof erklärt, dass die Amtszeit von P. Pöder mit Oktober abläuft; dass es nach den Vorgesprächen im Frühjahr und dem Votum kompetenter Laien zugunsten eines Priesters, besonders als Verhandlungspartner für viele Pfarrer, für den neuen Leiter M. Mitterhofer besser ist, sein Amt gleich für fünf Jahre anzutreten. Seine juristische Kompetenz sei am Ordinariat ein Gewinn. (Folium Dioecesanum, November 1999, S. 446)
Ich frage mich, welche Laien befragt wurden. In einem Gremium scheint meines Wissens (laut Protokolle) davon nie die Rede gewesen zu sein. Es ist zudem offen, ob M. Mitterhofer wirklich der geeignete Verhandlungspartner für die Pfarrer ist. Er sagt, dass er dieses Amt nur widerwillig angenommen hat. Außerdem wird der Eindruck vermittelt, dass es bei Vermögensverhandlungen vor allem auf die Pfarrer ankommt. Meine Befürchtung, dass die Entscheidung aus einer klerikalen Haltung heraus getroffen wurde, scheint sich zu bewahrheiten.
Der neue Seelsorgeamtsleiter wird laut Information der Diözese mit 1. September 2000 seine Tätigkeit aufnehmen.
Das bedeutet, daß es mit den Pfarreien Südtirols nicht schlecht bestellt sein kann. Sie dürfen nämlich etwa ein Jahr fast ohne Seelsorgeamt auskommen, wie gut oder schlecht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall mutet es ihnen die Diözesanleitung zu. Da stellt sich die Frage, welche Bedeutung das Seelsorgeamt bis jetzt gehabt hat bzw. in Zukunft haben wird.
Kurzum, ich betrachte es als einen unhaltbaren Zustand, ja einen Skandal, wenn das Vermögensverwaltungsamt mit einem Priester besetzt wird und das Seelsorgeamt vakant bleibt bzw. verwaltet wird. Hier wurden offensichtlich - wenn sicherlich auch mit Bauchweh - Prioritäten gesetzt. Sie sind ein schlechtes Omen für das Jahr 2000.
Robert Hochgruber