Konsultorenkollegium der Diözese

Einseitige Beratung?!

In einem Brief an Bischof Wilhelm Egger wird von der Initiativgruppe gefordert, daß Frauen und Laien insgesamt ins neuernannte Konsultorenkollegium der Diözese kooptiert werden. Die Inititativgruppe hat auch den Pastoralrat und das Katholische Forum gebeten, sich mit dem Anliegen zu befassen und dem Bischof gegenüber eine Empfehlung auszusprechen. Hier der Wortlaut der Mitteilung, mit der die Öffentlichkeit darüber informiert wurde:

Frauen und Laien insgesamt wird in der Kirche eine immer größere Bedeutung beigemessen. Auch die Kirchenleitung betont dies öfters. Mit Verwunderung und Bedauern haben wir von der Initiativgruppe "Für eine lebendigere Kirche deshalb festgestellt, daß im neuen Konsultorenkollegium der Diözese, das Ende September 1999 vorgestellt wurde, keine Frau und kein männlicher Laie vertreten sind. Eines der wichtigsten Beratungsgremien des Bischofs ist somit auch wenn dem Kirchenrecht entsprechend - ausschließlich mit Priestern besetzt. Wir schlagen deshalb vor, zusätzlich zu den Priestern mehrere Frauen und männlichen Laien zu kooptieren.

Wie Bischof Wilhelm Egger bei der Vorstellung in der Presse betont hat, bestand und besteht auch in Zukunft die Aufgabe dieses Gremiums vor allem darin, pastorale Gesichtspunkte einzubringen und diese bei Entscheidungen in Verwaltungs- und Finanzfragen zu berücksichtigen. Ohne Frauen und männlichen Laien dürfte dies unserer Meinung nach schwerlich möglich sein. Gerade jene, die von der Pastoral betroffen sind, sollen durch eine gute Vertretung auch an der Entscheidungsfindung beteiligt sein. Außerdem leisten gerade Frauen und die Laien insgesamt wesentliche Arbeiten in den Pfarreien. Deshalb sollten sie dringend auch in diesem wichtigen Gremium vertreten sein. Die personelle Erweiterung des Konsultorenkollegiums würde eine große Chance darstellen und Wertschätzung ausdrücken.

Unsere Vorschläge sind nicht neu. Eine Vertretung der Initiativgruppe hat bald nach dem Kirchenvolksbegehren, das eine stärkere Beteiligung der Frauen und die Mitentscheidung von Laien auf allen Ebenen forderte, im Pastoralrat entsprechende Vorschläge in Bezug auf das Konsultorenkollegium eingebracht. Der Pastoralrat wurde deshalb neuerlich ersucht, sich mit dem Anliegen zu befassen und dem Bischof eine Empfehlung auszusprechen.

Das Beispiel der Nachbardiözese Innsbruck zeigt, daß die beantragte Lösung umsetzbar ist. Dort sind zwei Frauen im Bischofsrat vertreten. Er hat in Tirol ausdrücklich die Funktion des Konsultorenkollegiums inne. (Im Schematismus der Diözese Innsbruck wird ausdrücklich darauf hingewiesen, daß der Bischofsrat gemäß Canon 502 des Kirchenrechtes, der die Zusammensetzung des Konsultorenkollegiums regelt, gebildet worden ist.)


Antwort des Bischofs

Bischof Wilhelm Egger wies in seiner Antwort darauf hin, daß viele Laien "auch an hochrangiger Stelle in Verwaltungsposten mitarbeiten und daß "eine Einteilung in Adressaten und Sender im pastoralen Bericht nicht sinnvoll sei. Bei Vergleichen mit anderen Diözesen sei Vorsicht geboten.

Der Pastoralrat wird sich mit dem Anliegen laut Auskunft des Moderators R. Feichter erneut mit dem Anliegen befassen ebenso das Katholische Forum.