Jesus ging in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass
er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen
davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt
zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. .... Da kamen seine
Mutter und seine Brüder; sie blieben vor dem Haus stehen und ließen ihn
heraus rufen. Es saßen viele Menschen um ihn herum und man sagte zu ihm:
Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und fragen nach dir. Er
erwiderte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er
blickte auf die Menschen und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine
Brüder. Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und
Schwester und Mutter. Mk 3,20.21,30-35.
Aber daraus ergeben sich auch Fragen: Ist die Kirche, die Pfarre ein Zuhause, eine Familie? Wird Leben ermöglicht? Wie intensiv sind Beziehungen? Gelingt partnerschaftliches und geschwisterliches Geben und Nehmen? Und der Umgang mit Spannungen, mit Versagen? Die Auseinandersetzung mit diesen zwei Stellen aus Markus bietet einen willkommenen Anlass, Kirche unter dem Gesichtspunkt einer Familie zu betrachten und ihr so im Sinne Jesu ein Qualitätssiegel zu geben. Es versteht sich von selbst, dass Frauen in einer solchen Kirche wichtig, ja unverzichtbar sind. Herbert Peintner |