Leserbrief
Forderungen des Kirchenvolksbegehrens realistisch
- Mehrheitlich sind die Forderungen des Kirchenvolksbegehrens absolut
realistisch.
- Frauen könnten von der Kirche sehr wohl zum Diakonat bestellt bzw.
gweweiht werden. Viele bedeutende Ämter in der Kurienverwaltung könnten
dieselben übernehmen und somit beitragen, dass viele Priester ihre
primäre Sendung in der Kirche, nämlich die Seelsorge, intensiver als
bisher vornehmen könnten.
- Warum soll den wiederverheirateten Geschiedenen, falls sie wünschen
von der Eucharistie gespeist zu werden, der Kommunionempfang verwehrt
werden?
- Ich habe 2 Jahre bei der Iris Caritas(Aidshilfe) mitgearbeitet und
konnte einige Homosexuelle kennenlernen. Ist uns bewußt, welchen
Leidensweg - zeitlebens - diese Menschen gezwungenermaßen gehen müssen?
Diese Menschen können wegen ihrer Neigung überhaupt nichts dafür, haben
sie doch, so lange sie denken können, nur den einen Wuns, nämlich eine
gleichgeschlechtliche Beziehung aufzubauen. Die Hierarchie der
katholischen Kirche sollte hier nach den neuesten Erkenntnissen zur
Sexualität konkrete und machbare Wege aufzeigen, wobei Partnertreue
selbstverständlich eine der Grundlagen sein muss, so einer Beziehung -
falls gewünscht - den Segen der Kirche zu geben.
- Die wichtigste bindende Konsequenz für die Kirche ist wohl das
Vorleben der Empfehlung Jesu: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan
habt, das habt ihr mir getan.
- Bezüglich des Modells der Urkirche muss gesagt werden, dass die
Kirche im Laufe der Jahrhunderte immer wieder versucht hat, Christus
besser zu verstehen, zu entdecken und dies auch heute noch tut und bis
Jesus wiederkommt tun wird. Für was hätten auch sonst die theologischen
Hochschulen eine Daseinsberechtigung?
Sicher hat Christus, der Sohn des lebendigen Gottes, eine
hierarchische und nicht eine demokratische Kirche gegründet. Dem allen
liegt jedoch die Agape zugrunde.
Norbert Peer, Bozen