der KirchenVolksBewegung „Wir sind Kirche“ in Deutschland
1995: Der Funke von Österreich springt über
1,8 Millionen Frauen und Männer unterschreiben in Deutschland das KirchenVolks-Begehren mit seinen 5 Forderungen, davon 300.000 evangelische Christinnen und Christen.
(PDF-Datei 33 KB)
1996: Vom Begehren zur Bewegung
Beim „Ratschlag“ in Düsseldorf entscheiden im Sommer die Vertreter aus allen Diözesen der Bundesrepublik Deutschland, dass die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche gegründet werden soll, um die 5 Forderungen des KirchenVolksBegehrens in der katholischen Kirche umzusetzen
1997: Die Sache der Frauen nimmt Farbe an
Die Aktion „Lila Stola“ setzt sich für die 2. Forderung des KirchenVolksBegehrens ein: Volle Gleichberechtigung der Frauen hin zur Öffnung des ständigen Diakonats für Frauen und für den Zugang der Frauen zum Priestertum. Im Laufe der nächsten Jahren werden Frauen in einem theologischen Lehrgang zu Diakoninnen ausgebildet. Die katholische Kirche verweigert aber diesen Frauen bis heute die Diakonninen-Weihe.
1998: Der Konflikt um die Schwangerenkonflikt-Beratung
Die deutschen Bischöfe ziehen sich auf Anweisung des Papstes aus der gesetzlichen Schwangerenkonflikt-Beratung zurück. Wir sind Kirche gründet den Verein „Frauenwürde e. V.“ und gründet 5 Beratungsstellen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, die auch heute noch arbeiten. Eine 6. Beratungsstelle des Vereins wird im Moment im Bundesland Hessen geplant.
1999: Zum 3. Male in Rom
Das internationale Netzwerk IMWAC (International Movement We are Church), ein Zusammenschluss von 20 nationalen Wir-sind-Kirche-Gruppen aus allen 5 Konti-nenten, begleitet in Schattensynoden in Rom die weltweiten Bischofssynoden und nimmt mit Resolutionen zu den Verhandlungspunkten Stellung. Dies ist auch für die Bischofssynode zur Eucharistie vom 2. – 23. Oktober 2005 geplant.
2000: Unsere Beiträge zum Heiligen Jahr
Das internationale Netzwerk Kirche im Aufbruch veranstaltet in Schmiedeberg (Sachsen) einen Kongress zum Thema „Grenz-Erfahrungen in Kirche und Gesellschaft“. - Wir sind Kirche kritisiert das Schuldbekenntnis des Papstes, weil darin die historischen Verfehlungen der kath. Kirche nicht konkret genannt werden, z. B. Kreuzzüge, Inquisition, Antijudaismus. - Die Erklärung "Dominus Jesus" der Glaubenskongregation über die Einzigkeit und die Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche verursacht große Aufregung in der Ökumene durch die Abqualifizierung der evangelischen Kirche zur kirchlichen Gemeinschaft.
2001: Das neue Jahrtausend beginnt
Auf dem evangelischen Kirchentag in Frankfurt sammelt Wir sind Kirche über 5.000 Unterschriften für eine Resolution zur „eucharistischen Gastfreundschaft“. Die Resolution erhält die meisten Unterschriften von allen Resolutionen, die auf einem evangelischen Kirchentag vorgelegt wurden. - Wir sind Kirche schreibt an alle Kirchengemeinden Deutschlands einen Pfingstbrief über die „Zukunft der Gemeinden“ und nimmt kritisch Stellung zum Plan der Zusammenlegung der Kirchengemeinden zu Seelsorgeeinheiten, um auf den wachsenden Priestermangel abzuhelfen.
2002: Das Thema sexuelle Gewalt durch Priester und Ordensleute
Zu der internationalen und deutschen Problematik nimmt Wir sind Kirche in Resolutionen und Demonstrationen sowie mit Mahnwachen bei verschiedenen Bischofskonferenzen Stellung. Es wird ein Notfalltelefon „Zypresse“ unter der Ruf-nummer 0180-3000862 eingerichtet, das auch heute noch in Anspruch genommen wird.
2003: Ein Zeichen für die Ökumeme
Die KirchenVolksBewegung fordert im Vorfeld und im Verlauf des 1. ökumenischen Kirchentages 2003 in Berlin die „eucharistische Gastfreundschaft“ für alle Christen. Dies löst heftige Diskussionen aus. Mit 2 Gottesdiensten in der Berliner Gethsemane-Kirche (einmal in der katholischen Liturgie und einmal in der evang. Abendmahls-Tradition) werden alle Christen zum Empfang der Eucharistie bzw. des Abendmahls eingeladen. Die Gottesdienste finden sehr großen Zuspruch durch die BesucherInnen des Kirchentages und auch die Aufmerksamkeit der Medien. Der kath. Priester Prof. Hasenhüttl wird wegen der Leitung des kath. Gottesdienstes suspendiert und dem kath. Pfarrer Kroll wird wegen des Empfangs des Abendmahles sein Pfarreramt aberkannt.
2004: Wie weiter mit der Ökumene?
Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche fordert zusammen mit anderen Organisationen in einer Unterschriftenaktion einen 2. ökumenischen Kirchentag im Jahre 2008. Zwischenzeitlich wird von kath. und evang. Seite beabsichtigt, in München im Jahre 2010 diesen 2. ökumenischen Kirchentag zu veranstalten.
2005: 40 Jahre Konzil – 30 Jahre Würzburger Synode – 10 Jahre KirchenVolks-Bewegung
Die Bundesversammlung zum 10jährigen Bestehen der deutschen KirchenVolksBewegung findet vom 28. bis 30. Oktober in Köln statt. Auch die Diözesangruppen in den deutschen Diözesen machen in Jubiläumsveranstaltungen auf das KirchenVolksBegehrens vor 10 Jahren aufmerksam Alle Veranstaltungen haben inhaltlich gemeinsam, dass Visionen entwickelt werden, wie die Umsetzung der fünf Forderungen des Begehrens weiterhin in der Diskussion bleiben und die notwendige Erneuerung der kath. Kirche verstärkt gefordert werden kann.
2006: 10 Jahre Internationale Bewegung Wir sind Kirche
Die erste Enzyklika von Papst Benedikt und sein Amtsjahr werden auch kritisch bewertet. Rechtzeitig zum Katholikentag in Saarbrücken wird die Webseite grundlegend neu gestaltet. Der Papstbesuch in Bayern sowie die Ad limina-Besuche der deutschen Bischöfe in Rom werden kritisch-konstruktiv begleitet. Auf Anweisung Roms fordert die Apostolische Nuntiatur die Bischöfe indirekt zum "konstruktiven Dialog" mit Wir sind Kirche auf. Eine sehr positive Resonanz erhalten die erstmals durchgeführten spirituellen Begegnungstage der KirchenVolksBewegung auf der Burg Rothenfels. Am 25. November vor 10 Jahren wurde in Rom die Internationale Bewegung Wir sind Kirche gegründet.
2007: Kulturpreis der Internationalen Paulusgesellschaft
Auch zwei Jahre nach der Wahl von Papst Benedikt ist keine Lösung zentraler Fragen in Sicht. Vor dem Evangelischen Kirchentag veröffentlicht Wir sind Kirche sieben Thesen „Wider die Resignation in der Ökumene“, doch das vatikanische Schreiben vom 10. Juli "bezüglich der Lehre über die Kirche" trägt zur weiteren Verschlechterung des ökumenischen Klimas bei. Die Freigabe des Tridentischen Ritus mit dem Motu Proprio „Summorum Pontificum“ drei Tage später sieht Wir sind Kirche als gefährliches Zeichen, die Beschlüsse des Zweiten Vatikanischen Konzils in Frage zu stellen oder gar schrittweise rückgängig zu machen. Die Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda begleitet Wir sind Kirche mit einer Mahnwache wegen des hilflosen Umgang mit sexuellem Missbrauch durch den Regensburger Bischof Müller und beklagt die visionslosen pastoralen Konzepte. Im Juni erhält die deutsche KirchenVolksBewegung den Kulturpreis 2007 der Internationalen Paulusgesellschaft.
2008: Zölibats- und Frauenfrage werden immer drängender
Wir sind Kirche begrüßt die durch das Papier "Kirche und Amt" der niederländischen Dominikaner intensivierte weltweite Diskussion um den Pflichtzölibat. Während der Bischofssynode im Herbst in Rom fordern Vertreterinnen und Vertreter katholischer Organisationen aus aller Welt die sakramentale Weihe für Frauen; dies war durch ein Frauensymposium in Frankfurt vorbereitet worden. Sexualität ist Thema der Frühjahrs-Bundesversammlung, einer Stellungnahme zu 40 Jahre "Humanae Vitae" und eines Positionspapiers der KirchenVolksBewegung. "Frauenwürde e.V." besteht 10 Jahre. Erstmals bietet Wir sind Kirche eine Liturgie-Werkstatt an. Auftakt zu den Aktivitäten zum 50. Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils ist der Vortrag von P. Dr. Wolfgang Seibel SJ auf der Herbst-Bundesversammlung in Würzburg.
> Ausführliche Chronik 1995 bis 2005 als PDF-Datei
> Ausführliche Chronik der österreichischen Plattform Wir sind sind Kirche als PDF-Datei
> PowerPointPräsentation: 12 Jahre KirchenVolksBewegung in Deutschland.
Eine kleine Chronik zwölf spannender Jahre der 2000-jährigen Kirchengeschichte (Herbst 2005, überarbeitet 2007)




